Die Regie der Oper in vier Akten in italienischer Sprache übernahm der neue Intendant des Hauses, Johannes Reitmeier.Am Tiroler Landestheater kam die Oper über die legendäre Geierwally zum ersten Mal auf die Bühne. Die 1892 an der Mailänder Scala uraufgeführte „La Wally“ handelt von einer tragischen Dreiecksgeschichte, in deren Mittelpunkt die emanzipierte Wally steht. Stolz und eigenständig widersetzt sie sich ihrem Vater und erweist sich als mutiger als alle Männer des Tiroler Dorfes.Reitmeier beließ für seine Inszenierung die Oper in ihrem historischen Umfeld – einer Zeit, in der außergewöhnlich emanzipierte Frauen wie Wally eine Seltenheit waren. Dadurch wirkten die auf der Bühne zur Schau gestellten Verhaltensmuster authentisch und die Stärke der Wally konnte deutlicher zutage treten. Die Kostüme in der traditionellen Tiroler Tracht unterstrichen zudem die Wahrnehmung der Wally als ungewöhnliche Frau. Als einzige trat sie nicht nur im Dirndl, sondern auch in Hosen auf.Die Titelpartie am Premierenabend übernahm die kanadische Sopranistin Jennifer Maines. Sie überzeugte durch ihre ausdrucksstarke Stimme und ihr schauspielerisches Talent auf allen Ebenen. Auch Paulo Ferreira als Hagenbach und Bernd Valentin als Gellner konnten das Publikum begeistern, das sich mit tosendem Applaus bedankte. In der Rolle des Walter, der als treuer Freund Wally in allen Lebenslagen beisteht, konnte die Sopranistin Sophie Mitterhuber bestechen.Das Bühnenbild von Thomas Dörfler wurde von einer stilisierten eisblauen Gletscherlandschaft beherrscht. Die ständige Bedrohung des Alpendorfes durch Naturgewalten wurde in Reitmeiers Inszenierung durch Perchten symbolisiert. Sie traten in Situationen der Gefahr oder der Trauer auf und begleiteten Wally auf den Stationen ihres Lebens.apa