Sonntag, 08. Juli 2018

Tote bei Protesten gegen Benzinpreiserhöhung in Haiti

Trotz der vorübergehenden Rücknahme von kräftigen Benzinpreiserhöhungen haben sich die gewaltsamen Proteste in Haiti am Samstag fortgesetzt. Wütende Demonstranten steckten TV-Berichten zufolge in der Hauptstadt Port-au-Prince Straßensperren in Brand, plünderten Geschäfte und griffen Hotels an. Bei Plünderungen kamen laut der Nachrichtenagentur HPN mindestens sieben Menschen ums Leben.

Bei Plünderungen starben mindestens sieben Menschen Foto: APA (AFP)
Bei Plünderungen starben mindestens sieben Menschen Foto: APA (AFP)

Auch die Polizei sprach von Todesopfern, ohne aber eine genaue Zahl zu nennen. Wegen der Ausschreitungen strichen die US-Fluggesellschaften American Airlines und JetBlue Flüge nach Port-au-Prince. „Die Regierung verurteilt die Gewalt und den Vandalismus”, teilte Premierminister Jack Guy Lafontant mit.

Abkommen mit IWF umstritten

Das Wirtschafts- und Handelsministerium hatte am Freitag zunächst bekanntgeben, dass die Benzinpreise entsprechend einer Vereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) um 38 Prozent steigen. Das Rahmenabkommen mit dem IWF sieht vor, dass die Regierung Treibstoff nicht weiter subventioniert.

Der haitianische Wirtschaftsminister Alix Patrick Salomon nannte die Subventionen eine schwere Last für die heimische Wirtschaft. Der bitterarme Karibikstaat wurde 2010 von einem verheerenden Erdbeben erschüttert und hat sich davon nach wie vor nicht erholt.

Bei Diesel beträgt die Preiserhöhung sogar 47 Prozent. Nach der Ankündigung brachen massive Proteste aus. Am Samstag nahm die Regierung die Erhöhungen vorübergehend zurück. Haiti gilt als das ärmste Land Lateinamerikas.

apa/dpa/ag.

stol