Freitag, 19. Juni 2015

Trainings-Paradies Schnalstal

Dorf und Gletscher ergänzen sich hervorragend – Loipen, Pisten und Sportanlagen locken seit Jahrzehnten die Weltelite an.

Am Schnalstaler Gletscher  kreuzen sich seit  Jahrzehnten die Wege zahlreicher  Sport-Stars. Sie haben  Gletscherpisten und -loipen  als Trainingsgebiet gewählt.

Um Hochleistungssportlern möglichst gute Trainingsbedingungen zu bieten, müssen mehrere Faktoren gegeben sein: keine längeren Wartezeiten an den Aufstiegsanlagen, Schneesicherheit, Pistenpflege und -absicherung, Höhenlage, Pistenhöhenunterschied und die  Möglichkeiten für Ausgleichssportarten. Die Schnalstaler Gletscherbahnen, die am 12. Juli ihr 40. Jubiläum feiern, machen dies möglich.

Wohnen im Tal auf 2000 Meter Meereshöhe, Trainieren am Gletscher auf über 3000 Meter Meereshöhe, dies ist eine ideale Kombination, um die Ausdauer zu stärken. Außerdem stehen im Tal allen Sportlern mehrere Sportanlagen zur Verfügung.  

In den Kabinen haben im Lauf der vergangenen 40 Jahre – so beschreibt Bürgermeister  Karl J. Rainer in seinem Buch „Eine Seilbahn verändert ein Tal“ (erschienen bei Athesia) – weltberühmte Fahrgäste Platz genommen, unter anderem waren die Ski-Asse Gustav Thöni, Ingemar Stenmark, Alberto „La Bomba“ Tomba, Kristian Ghedina, Marc Girardelli, Markus Wasmeier und Katja Seizinger zum Training auf dem Hochjochgletscher gefahren. Vor allem Weltmeister und Olympiasieger Stenmark wählte das Schnalstal als Trainingsgebiet und blieb ihm bis zum Ende seiner Karriere treu.

Vierfachweltcupsieger  Thöni aus Trafoi war in den 70er Jahren als Rennfahrer am Schnalstaler Gletscher aktiv und Jahre später als Trainer von  Tomba. Öfters war der Ausnahmekünstler aus Bologna in Kurzras zu Gast.

Eine Reihe von  (damaligen) Südtiroler Nachwuchs-Rennläuferinnen wie Denise Karbon, Lucia Recchia, Silke Bachmann und Nicole Gius trainierten ebenfalls am Gletscher. Zudem  begeistert vom Schnalser Training:  beispielsweise Aksel Lund Svindal, Anja Pärson, Bode Miller, Christof Innerhofer und viele mehr.

Auch die Langlauf- und Biathlon-Elite hat das Schnalstal  als idealen Ort für ihr Höhentraining entdeckt.  In den vergangenen Jahren absolvierte unter anderem Skilangläufer Alexander Legkow aus Russland  auf der Gletscherloipe auf über 3000 Meter Meereshöhe sein  herbstliche Höhentraining; die   Loipen-Stars  Björn Dähli,  Ole Einar Björndalen, Aino-Kaisa Saarinen und Marit Bjoergen  hielten   im hinteren Schnalstal ein Trainingslager ab (die  Skandinavier kommen  seit  25 Jahren nach Schnals), ebenso Loipen-Star Pietro Piller Cottrer  aus Pieve di Cadore und der Schweizer Dario Cologna. 

Auch Radfahrer, Schwimmer (Kurzras verfügt über ein Olympia-Hallenbad), Kanufahrer und mehr finden hier beste Trainingsbedingungen.

Prominente Gäste aus Politik und Wirtschaft

Aber nicht nur Sportler hat die Schnalstaler Gletscherbahn gesehen. Auch Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kunst waren am Gletscher zu Gast – unter anderem die  deutschen Minister Ignaz Kiechle (1983)  und Theo Waigel sowie Hans-Gert Pöttering, früherer  Präsident des EU-Parlaments, und Franz Fischler, ehemaliger EU-Kommissar für Landwirtschaft.

stol