Wie Maschinengewehre oder Morseapparate. Sie sind „The Sewing Machine Orchestra“ und folgen einer Partitur, wirken als Orchestermitglieder aber trotzdem ziemlich durchgeknallt.Martin Messier als Dirigent betreut seine acht hyperaktiven Singer-Babys und hat es dabei mit schwer Erziehbaren zu tun, weil sie allein den Steuerungen eines Computers folgen. Nur hier oder dort dreht er am Tempo oder verändert die Klangfarbe und zeigt einer einzelnen Nähmaschine, dass es doch auch anders geht. Es ist ein Konzert über die fortschreitende Automatisierung nicht nur der Handarbeit, sondern auch der Denkarbeit. Martin Messier ist wie ein Homo Faber, der schauen muss, dass in seinen Texten überhaupt noch irgendetwas von ihm selber stammt. Singer-Babys statt Hermes-Babys – oder: Moderne Menschen müssen sich anstrengen, um in Erfahrung zu bringen, was sie selbst sind, und was sie nicht selbst sind. In einer zweiten Konzert-Performance verwenden Matthew Herbert und seine drei Jungs am Laptop, am Drumset und am Keyboard ein einziges Tondokument für ein Konzert – nämlich die Tonaufnahme einer explodierenden Fliegerbombe, die Gaddafi auf sein Land abwerfen ließ. san/D_______________________________________________________________________________Martin Messier und Matthew Herbert waren am 27. September im Rahmen von Transart in der Firma „Rothoblaas“ in Kurtatsch zu Gast. Die gesamte Rezension lesen Sie in der Wochenend-Ausgabe der Tageszeitung „Dolomiten“.