Montag, 07. August 2017

Treffen von Ministern Nord- und Südkoreas

Die Außenminister von Nord- und Südkorea sind nach einem Agenturbericht am Rande des ASEAN-Regionalforums in Manila zusammengekommen.

Das ASEAN-Forum begeht seinen 50: Geburtstag.
Das ASEAN-Forum begeht seinen 50: Geburtstag. - Foto: © APA/AFP

Bei dem kurzen Zusammentreffen in der philippinischen Hauptstadt habe die südkoreanische Chefdiplomatin Kang Kyung-wha ihren nordkoreanischen Amtskollegen Ri Yong-ho aufgefordert, das Angebot zum Dialog anzunehmen, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap.

Ri habe dies zurückgewiesen. Der nordkoreanische Außenminister erklärte demnach, das Angebot aus Seoul sei nicht „aufrichtig“. Die Agentur berief sich in ihrem Bericht vom Montag auf einen Vertreter des Außenamts in Seoul.

Tillerson: Nordkorea muss Raketenprogramm beenden

US-Außenminister Rex Tillerson sagte in Manila, das Votum des UNO-Sicherheitsrats zu drastischen Handelssanktionen gegen Nordkorea zeige, dass die Weltmächte geeint seien in ihrem Willen, die koreanische Halbinsel von Atomwaffen zu befreien.

Er bekräftigte vor Journalisten am Rande des ASEAN-Forums, die Führung in Pjöngjang müsse ihr Raketenprogramm beenden, wenn sie Gespräche mit den USA über ein Ende der Krise führen wolle.

Unterdessen erklärte das Weiße Haus nach einem Telefonat von US-Präsident Donald Trump und seinem südkoreanischen Amtskollegen Moon Jae-in, die beiden Staatschefs sähen in Nordkorea eine „direkte, ernste und wachsende“ Bedrohung. Dies gelte auch für Japan und die meisten anderen Länder der Welt, hieß es in der Mitteilung am Sonntag (Ortszeit) in Washington.

China stimmt Handelssanktionen gegen Nordkorea zu

Im Atomstreit mit Nordkorea hatte zuvor der wichtigste Verbündete Pjöngjangs den Druck erhöht: China stimmte im UNO-Sicherheitsrat drastischen Handelssanktionen gegen Nordkorea zu und forderte das Land am Sonntag indirekt auf, seine Atom- und Raketentests zu stoppen.

Der chinesische Außenminister Wang Yi sprach sich zudem für eine Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm aus. Die Gespräche, für die China die USA, Russland, Japan sowie Nord- und Südkorea an einen Tisch holte, liegen seit Jahren auf Eis.

Durch die Sanktionen sollen der Regierung in Pjöngjang rund eine Milliarde Dollar (842,60 Mio. Euro) an Einnahmen aus Exporten entzogen werden, das entspricht einem Drittel der Summe aller Ausfuhren aus Nordkorea. Der Exportbann betrifft Kohle, Stahl und Eisen, Blei, Fisch und Meeresfrüchte.

Die USA hatten begonnen, mit Peking über neue Sanktionen zu verhandeln, nachdem Nordkorea am 4. Juli erstmals eine Interkontinentalrakete getestet hatte. Ein zweiter Test am 28. Juli nährte die Befürchtungen, Nordkorea treibe die Entwicklung einer Rakete voran, die US-Festland erreichen würde.

Nordkorea hat seit 2006 Land fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Trotz bereits bestehender umfassender Sanktionen treibt das Land seit Jahren sein Atomwaffenprogramm voran.

apa/afp/reuters

stol