Samstag, 04. Februar 2017

Trotz Vorwürfen: Roms Stadtchefin will nicht zurücktreten

Trotz der gegen sie laufenden Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs und Falschaussage will Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi nicht zurücktreten. Sie genieße weiterhin das Vertrauen ihrer Partei, der europakritischen Fünf-Sterne-Bewegung um den Starkomiker Beppe, so Raggi laut Medienangaben.

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi. - Archivbild
Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi. - Archivbild - Foto: © LaPresse

Die seit Juni amtierende Bürgermeisterin ist mit einem neuen Skandal konfrontiert. Dabei geht es um eine Lebensversicherung mit einer Summe von 33.000 Euro zugunsten Raggis, die ihr Vertrauter Salvatore Romeo vor ihrer Wahl zur Bürgermeisterin im Juni 2016 abgeschlossen haben soll.

Nach der Wahl soll Raggi Romeos Gehalt deutlich erhöht haben, der Fünf-Sterne-Politiker wurde zum Kabinettschef befördert. Raggi sagte, von der Lebensversicherung habe sie nichts gewusst.

Dass Romeo sie als Nutznießerin von zwei Lebensversicherungen erklärt hatte, habe sie nicht gewusst. Das sei für die Justiz nicht relevant, wie auch die Staatsanwaltschaft bestätigt habe. Aus Ermittlungen geht hervor, dass Romeo, dessen Gehalt Raggi verdreifacht hatte, 130.000 Euro in Lebensversicherungen investiert habe.

Raggi streitet Korruptionsvorwürfe vehement ab

Die Tatsache, dass er die Bürgermeisterin und andere Parteikollegen aus den Reihen der Grillo-Partei zu Nutznießern der Lebensversicherungen gemeldet habe, könne nicht als Korruptionsversuch betrachtet werden, meinte Raggi.

Lebensversicherungen könnten nur im Todesfall des Anlegers von den Nutznießern eingelöst werden. Die Enthüllungen drohen jedoch dem stark angekratzten Image Raggis weiter zu schaden. Die 38-Jährige ist ohnehin schon seit Monaten wegen des Organisationschaos in der Stadtverwaltung unter Druck.

apa

stol