Dienstag, 12. Dezember 2017

Trump: Belästigungsvorwürfe sind Manöver der Demokraten

US-Präsident Donald Trump hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Belästigung als Manöver der oppositionellen Demokraten abzutun versucht. Nachdem die Demokraten vergeblich illegale Verbindungen seines Teams nach Moskau nachzuweisen versucht hätten, wendeten sie sich jetzt den „falschen Anschuldigungen und erfundenen Geschichten“ über von ihm begangene Übergriffe gegen Frauen zu, schrieb Trump am Dienstag auf Twitter.

US-Präsident Donald Trump hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Belästigung als Manöver der oppositionellen Demokraten abzutun versucht.
US-Präsident Donald Trump hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Belästigung als Manöver der oppositionellen Demokraten abzutun versucht. - Foto: © APA/AFP

Die Anschuldigungen, Trump habe in früheren Jahren Frauen gegen ihren Willen betatscht und geküsst, waren bereits während des Wahlkampfes aufgekommen, wurden aber in den vergangenen Tagen erneuert.

Drei Frauen, die nach ihren Schilderungen zu den Opfern von Trumps sexuellen Attacken gehören, forderten am Montag in einer Pressekonferenz den Kongress auf, die Vorwürfe zu untersuchen. Mehrere Senatoren der Demokraten forderten den Präsidenten inzwischen wegen der Anschuldigungen zum Rücktritt auf.

Trump schrieb nun auf Twitter, er kenne die Frauen, die diese Anschuldigungen vorbringen, nicht „und/oder habe sie nie getroffen“. Es handle sich um „Falschnachrichten“. Bereits am Vortag hatte ein Sprecher des Weißen Hauses gesagt, in den meisten Fällen würden die Anschuldigungen durch Augenzeugenberichte widerlegt. Er benannte die angeblichen Zeugen jedoch nicht.

Trump twittert und twittert

Die Belästigungsvorwürfe gegen ihn würden jetzt erneuert, weil „trotz tausender verschwendeter Stunden und vieler Millionen ausgegebener Dollar“ die Demokraten keine Geheimabsprachen seines Teams mit Moskau hätten belegen können, twitterte Trump.

Die Russland-Connection wird von einem Sonderermittler untersucht, den das Justizministerium im Mai eingesetzt hatte. Seine Untersuchungen hatten zuletzt zu Anklagen gegen vier frühere Trump-Vertraute geführt, zuletzt gegen Trumps zeitweiligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn.

Trump attackierte am Dienstag auch die demokratische Senatorin Kirsten Gillibrand, die seinen Rücktritt wegen der Belästigungsvorwürfe fordert. Die Vertreterin des Bundesstaats New York in der Kongresskammer sei ein „Leichtgewicht“, schrieb er. Vor „nicht so langer Zeit“ habe sie bei ihm noch um Wahlkampfspenden „gebettelt“.

Trump vertritt generell den Standpunkt, dass sich die Wahlkampfvorwürfe durch seinen Wahlsieg erledigt haben. Die US-Bürger hätten bereits ihr Urteil darüber gefällt, indem sie Trump den Sieg beschert hätten, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses. Viel Aufsehen erregte allerdings die UNO-Botschafterin der USA, Nikki Haley, indem sie von dieser offiziellen Linie abwich. Haley sagte am Sonntag, jede Frau, die sich als Opfer sexueller Übergriffe bezeichne, „sollte angehört werden“. Dies gilt nach ihren Worten auch für Frauen, die Trump solchen Fehlverhaltens bezichtigen.

apa/afp

stol