Montag, 01. August 2016

Trump legt sich mit Eltern eines toten muslimischen Soldaten an

Wieder gerät der Republikaner Trump mit provozierenden Äußerungen in die Schlagzeilen. Seine Antwort auf die Kritik von Eltern eines getöteten muslimischen Iraksoldaten kommt gar nicht nicht gut an.

Khizr Khan und seine Frau vor einem Foto ihres getöteten Sohns.
Khizr Khan und seine Frau vor einem Foto ihres getöteten Sohns. - Foto: © APA/AFP

Rund 100 Tage vor der US-Wahl hat sich Donald Trump mit den Eltern eines getöteten muslimischen US-Soldaten angelegt und damit eine heftige Kontroverse ausgelöst.

Der gebürtige Pakistaner Khizr Khan hatte dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten bei einem bewegenden Auftritt auf dem Parteitag der Demokraten vorgeworfen, „nichts und niemanden geopfert“ zu haben. Er solle sich nur einmal die Gräber von US-Soldaten aller Ethnien und Glaubensrichtungen auf den Friedhöfen anschauen.

Trump antwortete darauf in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders ABC unter anderem mit der Bemerkung, die Äußerungen seien wohl vom Redenschreiber seiner Rivalin Hillary Clinton verfasst worden. Dann fuhr der Immobilienmogul fort, er habe sehr wohl „eine Menge Opfer“ gebracht. Er arbeite „sehr, sehr hart“ und habe Zehntausende Jobs geschaffen.

Dass Khans Frau während der Rede am Donnerstag schweigend neben ihrem Mann auf der Bühne gestanden hatte, kommentierte Trump mit den Worten: „Sie hatte nichts zu sagen(...), vielleicht war es ihr nicht erlaubt, etwas zu sagen.“

Trump habe "schwarze Seele"

In einer schriftlichen Erklärung versuchte Trump, seine Äußerungen etwas abzumildern und bezeichnete Khans 2004 im Irak getöteten Sohn als einen Helden. Aber der Vater reagierte abwehrend: Trump habe eine „schwarze Seele“, sagte er dem Sender CNN.

Der republikanische Spitzenkandidat hatte in der Vergangenheit wiederholt mit kritischen Äußerungen über Muslime Wirbel ausgelöst. So ging er vor dem Hintergrund der Terrorangriffe islamischer Radikaler sogar so weit, einen Einreisestopp für Muslime zu fordern.

dpa

stol