Samstag, 17. Dezember 2016

Trump-Schelte beschert „Vanity Fair“ angeblich Abo-Rekord

Mit seiner öffentlichen Schelte gegen die ihm kritisch gesonnene US-Zeitschrift „Vanity Fair“ hat Donald Trump anscheinend ungewollt deren Absatz beflügelt.

Foto: © APA/AFP

Kurz nach Trumps Spott über die vermeintlich sinkenden Verkaufszahlen von „Vanity Fair“ wusste eine Sprecherin des Verlags Condé Nast jedenfalls vom genauen Gegenteil zu berichten: Die Zeitschrift habe prompt den bislang höchsten Abonnenten-Zuwachs binnen eines Tages bei Condé Nast verzeichnet, sagte sie dem Magazin „Folio“.

Demnach überstieg die Zahl der Abo-Neuabschlüsse innerhalb von 24 Stunden den üblichen Tagesschnitt um das Hundertfache. Abgesehen davon habe „Vanity Fair“ vergangenes Jahr in einem schwierigen Marktumfeld seine Einnahmen steigern können und werde voraussichtlich auch 2016 wieder profitabel arbeiten.

Der designierte US-Präsident Trump hatte am Donnerstag im Kurznachrichtendienst Twitter gelästert: „Hat jemand die wirklich armseligen Zahlen der Vanity Fair gesehen. Ziemlich unten, großer Ärger, tot!“ Belege dafür nannte er nicht, stattdessen schrieb er über den Chefredakteur der Zeitschrift: „Graydon Carter, kein Talent, wird rausfliegen.“

Das Magazin hatte kürzlich Trumps Restaurant „Trump Grill“ in einem Artikel als eines der schlechtesten Restaurants der USA verrissen und im Vorwort zur Dezember-Ausgabe unverblümte Kritik an ihm geübt. Auf der Internetseite wirbt „Vanity Fair“ Abonnenten nun mit dem Vermarktungsspruch „Das Magazin, von dem Trump nicht will, dass ihr es lest“.

dpa

stol