Mittwoch, 09. November 2016

Trump siegt: Das sagen Südtirols Politiker

Der US-Wahlkampf hat niemanden kalt gelassen, und bereits am frühen Mittwochmorgen haben auch Südtirols Politiker es sich nicht nehmen lassen, erste Stellungnahmen zu veröffentlichen.

Donald Trump ist der nächste Präsident der USA. Das sagen die Südtiroler Politiker dazu.
Donald Trump ist der nächste Präsident der USA. Das sagen die Südtiroler Politiker dazu. - Foto: © APA

So erklärten die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa und Hans Heiss in einer Aussendung: "Aus grüner Sicht ist der Durchmarsch des Populisten eine multiple Katastrophe für das Weltklima."

Trump sei nicht nur Verfechter der fossilen Energie, der bereits angekündigt hat, künftig auf Kohle und Öl setzen zu wollen, sondern auch einer der letzten Leugner der Klimaerwärmung. Die mühsam gesetzten Schritte der internationalen Gemeinschaft gegen die Klimaveränderung laufen nun Gefahr, ins Leere zu gehen. "Was das für unseren Planeten bedeuten wird, lässt sich gar nicht ausmalen."

Außerdem stehe Trump mit geballter Präpotenz ein für Ausgrenzung, Abschottung, Rassismus und Sexismus. Verschärfungen und Restriktionen der Einwanderungspolitik seien zu erwarten. 

"Mit Trump gewinnt ein Populist, der durch unglaubliche Oberflächlichkeit und Respektlosigkeit einen politischen Stil auf die höchste Ebene gehoben hat, der uns als Demokraten nur anwidern kann."

Leitner: "Trumps Wahlsieg ist eine Chance für Europa"

Der freiheitliche Fraktionsvorsitzende im Landtag, Pius Leitner, äußerte in einer ersten Stellungnahme zu den Wahlen in den USA hingegen seine Freude darüber, dass zumindest in Amerika diese demokratische Wahl respektiert werde. Gleiches könne man von europäischen „Demokraten“ leider nicht behaupten. 

„Die Amerikaner haben gewählt und das ist zunächst einmal vorbehaltslos zu respektieren. Europa sollte jetzt die Chance nutzen, um sich neu aufzustellen und einen eigenständigeren Weg gehen als bisher. Nach dem Brexit und den Wahlen in den USA wird nicht alles neu sein, aber vieles doch anders. Amerika wird Zeit brauchen, die Spaltung in der eigenen Gesellschaft zu überwinden und hoffentlich weniger Kriege überall auf der Welt führen.

Europa soll sich auf den Weg machen, sich von der Unterwerfung gegenüber USA und NATO zu befreien und ein normales Verhältnis zu Russland herzustellen. Man darf gespannt sein, wer von der europäischen Linken sich als erster vor Trump hinkniet. Nach den Wahlen ist meist alles anders als vor den Wahlen und, wie der amtierende Präsident Obama kurz nach Bekanntwerden des Wahlsieges von Trump sagte: Die Sonne wird auch morgen wieder aufgehen. Respekt, das ist Demokratie“, so Leitner.

Urzì: "Trumps Sieg ist ein Sieg der Demokratie"

Alessandro Urzì, Landtagsabgeordneter von L'Alto Adige nel cuore, nahm am Mittwochvormittag ebenso Stellung zum Ausgang der US-amerikanischen Präsidentenwahlen. Die Ergebnisse der Wahlen seien zu akzeptieren, Trumps Sieg sei ein Sieg der Demokratie. Der Landtagsabgeordnete plädierte dafür, Italien solle sich ein Vorbild am US-amerikanischen System nehmen. In den USA würden die Bürger ihren Regierungschef wählen, in Italien habe man hingegen mittlerweile den dritten vom Staatspräsidenten eingesetzten Regierungschef, der vom Parlament, nicht von den Bürgern gewählt worden sei. 

stol

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