Donnerstag, 12. Januar 2017

Trump: US-Geheimdienste prüfen Bericht über belastendes Material

Allen Dementis zum Trotz muss sich der künftige US-Präsident Donald Trump weiter mit Berichten über belastendes Material in den Händen Russlands auseinandersetzen.

Donald Trump
Donald Trump - Foto: © APA

Die Geheimdienste hätten noch kein Urteil darüber getroffen, ob die entsprechenden Informationen „glaubwürdig“ seien, erklärte US-Geheimdienstdirektor James Clapper am Mittwoch (Ortszeit) nach einem Gespräch mit Trump.

Berichte „schädlich für nationale Sicherheit“

Dieser attackierte Medien und Geheimdienste seines Landes für die entsprechenden Veröffentlichungen. Clapper erklärte, er habe Trump am Mittwochabend seine „tiefe Bestürzung“ über die Medienberichte zum Ausdruck gebracht. Er sei sich mit Trump einig gewesen, dass die Berichte „äußerst zerstörend und schädlich für unsere nationale Sicherheit“ seien. Clapper geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Informationen nicht von den US-Geheimdiensten an die Medien weitergegeben wurden.

Trump hatte zuvor die US-Geheimdienste verdächtigt, Informationen über das angebliche russische Dossier mit belastendem Material lanciert zu haben. Derartige Durchstechereien seien „schändlich“ und „illegal“, sagte Trump am Mittwoch auf seiner ersten Pressekonferenz seit dem Wahlsieg im November.

Das kompromittierende Material, über das der Kreml angeblich verfügen soll, war das dominierende Thema der Pressekonferenz, was Trump sichtlich empörte.

Angebliches Sexvideo mit russischen Prostituierten

US-Medien hatten unter Berufung auf US-Geheimdienste berichtet, Russland verfüge über belastende Informationen über das Privatleben und die Finanzen des Immobilienmilliardärs. Demnach könne Trump durch das heikle Material erpressbar sein. Die russische Regierung wies die Berichte als „Lügengeschichten“ zurück.

In den Berichten ist unter anderem von einem Sexvideo mit russischen Prostituierten in einem Moskauer Hotelzimmer von Trump die Rede. Trump sagte, bei Reisen nach Russland sei er immer sehr vorsichtig gewesen, da es in Hotelzimmern und andernorts „wahrscheinlich Kameras gibt.“ Außerdem habe er eine „Keimphobie“, sagte er scherzhaft über die in dem Memo beschriebenen Sexpraktiken.

Erstes Schuldeingeständnis an Russland

Während Trump jegliches Fehlverhalten genauso bestritt wie russische Informationen darüber, übte er dennoch Kritik an Russland. Er räumte auf der Pressekonferenz erstmals ein, dass Russland hinter Hacker-Angriffen während des US-Wahlkampfes stecke. An seinem Vorhaben, die Beziehungen zu Russland zu verbessern, wolle er aber festhalten, sagte Trump. Ein gutes Verhältnis zu Russlands Präsident Wladimir Putin wäre demnach „ein Vorteil, keine Belastung“.

apa/afp

stol