Mittwoch, 16. August 2017

Trump verteidigt späte Reaktion auf Charlottesville

US-Präsident Donald Trump hat seine uneindeutige erste Reaktion auf die Ereignisse bei der Rassisten-Kundgebung in Charlottesville vehement verteidigt.

Foto: © APA/AFP

„Ich wollte sicher sein, dass das, was ich sage, korrekt ist“, sagte Trump am Dienstag in New York.

Man sage nicht sofort etwas, wenn man die Fakten nicht genau kennt, sagte Trump. „Anders als viele Reporter“, fügte er in der Lobby des Trump-Towers hinzu. Anders als andere Politiker habe er nicht einfach irgendein rasches Statement machen wollen.

Nach den gewalttätigen Zusammenstößen bei der Kundgebung, bei denen eine 32-jährige Frau starb, nachdem sie von einem 20-jährigen Neonazi angefahren worden war, hatte Trump in seiner ersten Reaktion am Samstag von „Gewalt von vielen Seiten“ gesprochen.

Er vermied es, Rassisten und Neonazis beim Namen zu nennen. Er hatte daraufhin erheblichen Druck und Kritik auch aus den eigenen Reihen bekommen.

Distanzierung von KKK und Rassisten erst am 3. Tag

Erst am dritten Tag nach den Zwischenfällen hatte Trump sich öffentlich von Rassisten und dem Ku Klux Klan distanziert.

Trump vermied es am Dienstag erneut, die Tat des Mannes, der mit einem Auto in eine Menschenmenge gefahren war und die Frau getötet hatte, als Terror zu bezeichnen. Er sagte ausdrücklich, es habe auch von Seiten der Linken in Charlottesville Gewalt gegeben. „Haben sie keine Schuld?“, fragte Trump rhetorisch. Der US-Präsident war sichtbar verärgert.

Trump verteidigte auch seinen umstrittenen Chefstrategen Steve Bannon. „Er ist ein guter Mann, kein Rassist“, sagte Trump am Dienstag und bezeichnete den ehemaligen Chef des rechtsextremen Portals „Breitbart News“ als Freund. „Wir werden sehen, was mit Herrn Bannon geschieht“, sagte Trump weiter und ließ die Zukunft Bannons im Weißen Haus damit im Unklaren.

apa/dpa

stol