Dienstag, 22. März 2016

Trump: Weg mit dem Iran-Deal, weniger US-Beitrag für die NATO

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat in einer Rede vor jüdischen Vertretern die Rücknahme des Atomabkommens mit dem Iran zu seiner „Priorität Nummer Eins“ erklärt.

Donald Trump will den Iran-Deal zurücknehmen.
Donald Trump will den Iran-Deal zurücknehmen. - Foto: © APA

Außerdem machte er sich am Montag in einem CNN-Interview für eine deutliche Kürzung der Zahlungen an die NATO stark.

Der amerikanische Beitrag sei zu hoch und müsse auf den Prüfstand, kritisierte Trump im Gespräch mit dem Sender. Die Äußerungen lösten Kritik aus.

Trump bereite damit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die größte Freude, sagte der frühere NATO-Oberbefehlshaber in Europa, James Stavridis. Die USA sind der größte Beitragszahler der NATO. Regierungsvertreter fordern immer wieder ein stärkeres Engagement der europäischen Verbündeten.

Trump will Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkennen

In seiner Rede auf der jährlichen Konferenz der pro-israelischen Lobbygruppe AIPAC betonte Trump weiters die große Bedeutung der Allianz zwischen den USA und Israel. Der Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner kündigte an, im Falle eines Wahlsiegs Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv in die „ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes“ zu verlegen.

Trump übte dabei heftige Kritik am Iran-Deal. „Ich bin seit langer Zeit in der Geschäftswelt. Ich kenne mich mit dem Abschließen von Deals aus“, fuhr er fort. „Und lasst mich sagen: Dieser Deal ist eine Katastrophe. Für Amerika, für Israel und für den ganzen Nahen Osten.“

Mitte Jänner waren nach dem Inkrafttreten des im Juli 2015 abgeschlossenen Atomabkommens die meisten Handels- und Finanzsanktionen gegen den Iran aufgehoben worden. Teheran hatte sich im Gegenzug zu weitreichenden internationalen Kontrollen seines Atomprogramms bereit erklärt. Der Westen hatte dem Iran vorgeworfen, heimlich an einer Atombombe zu arbeiten. Die iranische Regierung wies dies stets zurück.

dpa

stol