Montag, 10. Oktober 2016

Tsipras: Konservative und Medien wollen griechische Regierung stürzen

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat Medienmogulen und Konservativen vorgeworfen, die Regierung stürzen zu wollen. Es handle sich dabei um eine Art „metamoderner medialer Putschversuch“ des Anführers der Oppositionspartei Nea Dimokratia und zahlreicher Inhaber von TV-Sendern und Zeitungen, hat Tsipras am Montag während einer Parlamentsdebatte in Athen gesagt, die vom Staatsfernsehen (ERT) übertragen wurde.

Alexis Tsipras hat Medien und Konservativen vorgeworfen, die Regierung stürzen zu wollen.
Alexis Tsipras hat Medien und Konservativen vorgeworfen, die Regierung stürzen zu wollen. - Foto: © LaPresse

Medien stellten die Situation so dar, als stünde Griechenland wirtschaftlich vor dem Zusammenbruch, sagte Tsipras. Das sei eine „Lüge“. Alle Zahlen deuteten nämlich auf eine Genesung der griechischen Finanzen hin. Das Land sei in die schwere Finanzkrise gestürzt, weil die Konservativen und Sozialisten Jahrzehnte lang die Vetternwirtschaft gefördert hätten, fügte Tsipras hinzu.

Einige der heftigsten Parlamentsdebatten der letzten Jahre

Der Chef der Konservativen, Kyriakos Mitsotakis, wies die Vorwürfe zurück. Tsipras versuche angesichts zahlreicher negativer Umfragen, die auf eine klare Niederlage seiner Syriza-Linkspartei hindeuten, „Schlamm in die Richtung der Opposition zu schleudern“. Zudem wolle er ein Mediensystem etablieren, das ihm politisch näherstehe, sagte Mitsotakis. Es sei eine der heftigsten Parlamentsdebatten der vergangenen Jahre, werteten griechische Medien.

dpa

stol