Samstag, 05. März 2016

Tsipras lobt Merkels Verhalten in der Flüchtlingskrise

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat das Verhalten der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingskrise gelobt. „Deutschland hat in dieser Krise sehr gut gehandelt und menschliches Verhalten gezeigt“, sagte Tsipras der „Bild“-Zeitung (Samstagsausgabe). Zugleich griff er den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban hart an.

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras (links) findet, dass Deutschland unter Kanzlerin Angela Merkel (rechts) in der Flüchtlingskrise richtig handelte.
Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras (links) findet, dass Deutschland unter Kanzlerin Angela Merkel (rechts) in der Flüchtlingskrise richtig handelte. - Foto: © LaPresse

„Wenn die Kanzlerin sich wie Orban verhalten hätte, dann wäre Europa wohl längst gespalten und damit gescheitert“, so Tsipras. Europa habe es mit der größten Völkerwanderung seit dem Zweiten Weltkrieg zu tun, sagte Tsipras.

„Um diese Krise zu lösen, müssen wir für Frieden in Syrien sorgen. Gleichzeitig müssen wir uns darum kümmern, dass die Migrationswellen aus der Türkei nach Europa sich beschränken.“ Auch sei es wichtig, dass die Umsiedlung der Flüchtlinge innerhalb Europas endlich funktioniere.

Tsipras: "Bin, wie Merkel, der Meinung, dass Flüchtlingskrise Europa stärken kann"

Griechenland steht mittlerweile noch stärker im Fokus der Flüchtlingskrise, weil dort Zehntausende Menschen festsitzen, da die Länder entlang der sogenannten Balkanroute – nach der Einführung der österreichischen Tageskontingente – ihre Grenzen weitgehend abriegeln.

Er sei mit Merkel „nicht immer einer Meinung“, aber das Verhältnis sei von gegenseitigem Respekt geprägt, sagte Tsipras. „Ich bin wie Kanzlerin Merkel der Meinung, dass Europa durch die Flüchtlingskrise am Ende noch stärker werden kann.“

EU trifft sich am Montag mit Türkei

Die EU will mit einem Doppel-Gipfel am Montag in der Flüchtlingskrise Fortschritte erzielen. Bei einem Sondertreffen mit der Türkei geht es um die Umsetzung eines gemeinsamen Aktionsplans von November.

Bei einem weiteren Treffen ab dem Nachmittag stellen die EU-Staats- und Regierungschefs dann ihre bisherige Strategie in der Flüchtlingskrise auf den Prüfstand, die zuletzt zunehmend von nationalen Alleingängen wie der Einführung von Obergrenzen oder Grenzschließungen unterlaufen wurde.

apa/afp/dpa

stol