Dienstag, 01. März 2016

Tsipras pocht auf gleichmäßige Verteilung der Flüchtlinge

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras will keinem EU-Beschluß zustimmen, der nicht die gleichmäßige Verteilung von Flüchtlingen in allen Staaten der Europäischen Union vorsieht. Dies gelte auch für den am 7. März geplanten EU-Türkei-Gipfel in Brüssel, bekräftigte Tsipras am frühen Dienstagmorgen in einem Interview des griechischen Fernsehsenders Star.

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras fordert die gerechte Aufteilung der Flüchtlinge.
Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras fordert die gerechte Aufteilung der Flüchtlinge.

Der Regierungschef und die Vorsitzenden der wichtigsten Parteien im griechischen Parlament wollen sich am Freitag in Athen treffen. Unter Vorsitz des griechischen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos will die politische Führung darüber beraten, wie es mit der Flüchtlingskrise weiter gehen soll und welche Positionen Athen beim Gipfel mit der Türkei vertreten wird, wie Tsipras bestätigte.

In der griechischen Hafenstadt Piräus wurde am Dienstag wieder die Ankunft von gut 1000 Migranten von den Ägäisinseln erwartet. Sie waren in den vergangenen Tagen aus der Türkei übergesetzt. Dies teilte die Küstenwache mit. In der Ostägäis herrschen zurzeit starke Winde. Der Flüchtlingszustrom habe deshalb etwas nachgelassen, sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur.

Das griechische Militär arbeitet weiter auf Hochtouren am Bau neuer Aufnahmelager. Um die Situation bei Idomeni am Grenzübergang nach Mazedonien zu entschärfen, werden sieben neue Lager für mehr als 20.000 Menschen südlich der Grenze gebaut. An der Grenze warten inzwischen mehr als 8000 Flüchtlinge auf ihre Weiterreise.

Die Lage dort war am Montag eskaliert. Hunderte verzweifelte Migranten hatten versucht, den Sperrzaun zu stürmen und in das Nachbarland durchzubrechen. Die mazedonischen Grenzpolizisten setzten daraufhin massiv Tränengas ein. Am Dienstag war die Lage ruhig.

apa/dpa

stol