Mittwoch, 21. Februar 2018

Türkei beschießt erneut syrisches Kurden-Gebiet Afrin

Nach der Entsendung syrischer Regierungstruppen in die Kurden-Region Afrin hat die türkische Armee ihre Angriffe auf das Gebiet fortgesetzt. Bei Artilleriebeschuss der Stadt Afrin seien in der Nacht auf Mittwoch sechs Menschen verletzt worden, darunter vier Kinder, meldeten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die kurdische Nachrichtenseite Hawar News.

Die Türkei forciert ihre Angriffe in Afrin. - Foto: APA (AFP)
Die Türkei forciert ihre Angriffe in Afrin. - Foto: APA (AFP)

Nach Angaben der Menschenrechtsaktivisten flogen türkische Jets in der Früh zudem Luftangriffe. Außerdem wurde nach russischen Angaben ein Beobachtungszentrum für den Waffenstillstand bombardiert. Das Gebäude sei von der von Rebellen gehaltenen Enklave Ost-Ghouta aus beschossen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium am Dienstagabend.

Auch Wohngebiete und Hotels in Damaskus seien von „illegalen bewaffneten Gruppen aus Ost-Ghouta” unter starken Beschuss genommen worden. Dabei sei es zu schweren Schäden gekommen, es habe Opfer unter Zivilisten gegeben.

Ost-Ghouta wurde in den vergangenen Tagen massiv bombardiert. Der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge kamen dabei seit Sonntagnacht mindestens 250 Menschen ums Leben. So viele Menschen innerhalb von 48 Stunden starben zuletzt 2013 bei einem Chemieangriff in Ost-Ghouta. Das Gebiet ist seit Jahren umkämpft. Hunderttausende Zivilisten sind dort eingeschlossen.

Die türkische Armee hatte vor rund einem Monat eine Offensive auf Afrin begonnen. Das Gebiet im Norden Syriens wird von der Kurdenmiliz YPG kontrolliert. Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie. Am Dienstag rückten syrische Regierungstruppen in das Gebiet ein, die die Kurden im Kampf gegen die Türkei unterstützen sollen.

Die YPG und Syriens Regierung sind beide Gegner der Türkei. Allerdings haben sie im syrischen Bürgerkrieg ein zwiespältiges Verhältnis zueinander. Während sie wie nun in Afrin teilweise miteinander kooperieren, kam es anderenorts zu Zusammenstößen.

apa/dpa/ag.

stol