Montag, 18. Juli 2016

Türkei: Fast 8.000 Polizisten nach Putschversuch suspendiert

Die Regierung in Ankara verdächtigt sie, in den Putschversuch von Freitagnacht involviert gewesen zu sein.

Einige der wegen des Putschversuchs festgenommenen Personen werden in der Stadt Mugla vor Gericht gestellt.
Einige der wegen des Putschversuchs festgenommenen Personen werden in der Stadt Mugla vor Gericht gestellt. - Foto: © LaPresse

Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei hat das Innenministerium 8777 Staatsbedienstete aus seinem Verantwortungsbereich vom Dienst suspendiert, darunter allein 7899 Polizisten.

Bei den anderen handele es sich unter anderem um Angehörige der Gendarmerie oder der Küstenwache, meldete am Montag die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Auch ein Provinzgouverneur sei darunter.

Nicht in der Zahl enthalten sind die knapp 3000 Angehörigen der Streitkräfte, die nach Angaben der Regierung seit der Niederschlagung des Putsches festgenommen wurden.

Insgesamt wurden bis Sonntagabend 6.000 Personen unter Putschverdacht festgenommen, darunter auch ein Berater von Staatspräsident Erdogan, Oberst Ali Yizici, sowie ein Berater des Expräsidenten Abdullah Gül. Präsident Recep Tayyip Erdogan macht seinen Erzrivalen, den in den USA lebenden Fethullah Gülen und dessen Anhänger, für den Putschversuch verantwortlich.

Unterdessen suchten Sicherheitskräfte weiter nach Soldaten, die am Putschversuch beteiligt waren. Einige hochrangige Armeeangehörige sollen inzwischen ins Ausland geflohen sein. Die Gefahr eines neuerlichen Putsches sehe er nicht, sagt ein hochrangiger Mitarbeiter des Sicherheitsapparates.

dpa/apa/reuters

stol