Mittwoch, 07. September 2016

Türkei und USA kämpfen um IS-Hochburg Raqqa

Die Türkei ist nach Angaben von Präsident Recep Tayyip Erdogan bereit, gemeinsam mit den USA die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) aus der syrischen Stadt Raqqa zu vertreiben.

Die Türkei ist bereits im August nach Nordsyrien vorgestoßen.
Die Türkei ist bereits im August nach Nordsyrien vorgestoßen. - Foto: © APA/AFP

US-Präsident Barack Obama habe am Rande des G20-Gipfels ein gemeinsames Vorgehen in Raqqa vorgeschlagen, zitierte die Zeitung „Hürriyet“ am Mittwoch Äußerungen Erdogans auf dem Rückflug von dem Gipfel in China.

Die genaue Rolle der Türkei bei einer gemeinsamen Aktion müsse in weiteren Gesprächen geklärt werden. „Wir haben gesagt, lasst unsere Soldaten zusammenkommen, es wird gemacht, was nötig ist“, sagte Erdogan.

„Terrorgruppen würden sich breit machen“

Raqqa gilt als Hauptstadt des IS in Syrien. Die Türkei, die im eigenen Land gegen kurdische Aufständische kämpft, ist im August nach Nordsyrien vorgestoßen, um den IS aus dem Grenzgebiet zu vertreiben und das Einrücken der Kurdenmiliz YPG dort zu verhindern. „Wir müssen in der Region Präsenz zeigen“, sagte Erdogan. Würde die Türkei zurückweichen, „würden sich dort Terrorgruppen wie Daesh, die PKK, PYD und YPD breitmachen“.

Daesh ist der arabische Name für den IS. Die syrische Kurdenpartei PYD ist der politische Arm der YPD, die in der von den USA unterstützten Koalition der Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) den IS bekämpft. Die SDF haben jüngst die Stadt Manbij vom IS zurückerobert, und die USA setzen auch beim Kampf um Raqqa auf die Koalition.

apa/reuters

stol