Mittwoch, 23. September 2015

Tusk: Es werden Millionen kommen, nicht Tausende

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat die 28 EU-Regierungen eindringlich zur Einigkeit in der Flüchtlingskrise aufgerufen.

„Dringendste Aufgabe ist die Frage, wie wir die Kontrolle über unsere Außengrenzen zurückerlangen“, sagte Tusk am Mittwoch vor dem EU-Sondergipfel in Brüssel. Die EU müsse sich darauf einstellen, dass „nicht weniger, sondern mehr“ Flüchtlinge kämen.

„Die meisten fühlen sich von Europa eingeladen“, sagte Tusk. Nach seinen Gesprächen in der Türkei, Jordanien und Ägypten habe er den Eindruck, dass diese Länder mehr EU-Hilfe für die Betreuung der Flüchtlinge suchten und weniger darüber nachdächten, wie sie der EU helfen könnten.

Zudem sei die Lage in Syrien sehr schwierig. Es gebe in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land acht Millionen Binnenflüchtlinge, vier Millionen Menschen hätten das Land bisher verlassen. „Heute reden wir über Millionen potenzielle Flüchtlinge, nicht Tausende.“

Der Streit zwischen Ost- und Westeuropa in der Flüchtlingskrise war am Dienstag eskaliert. Die EU-Innenminister beschlossen per Mehrheitsvotum die Umverteilung von 120.000 Flüchtlingen innerhalb der EU. Vier osteuropäische Staaten – Ungarn, Tschechien, Rumänien und die Slowakei – wurden dabei überstimmt und sind nun gezwungen, in Italien und Griechenland eingetroffene Flüchtlinge aufzunehmen.

apa/reuters

stol