Dienstag, 26. Mai 2015

Übelkeit im Auto: Nicht lesen oder aus dem Seitenfenster schauen

„Halt mal an, mir ist schlecht.“ Ein bekannter Satz auf Autoreisen. Die sogenannte Reisekrankheit kann jeden treffen. Im Fall der Fälle hilft Ingwer - und der permanente Blick nach vorne.

Wird Kindern trotz aller Vorkehrungen im Auto übel, hilft nur noch ein schneller Stopp. Foto: Jens Schierenbeck/dpa/gms
Wird Kindern trotz aller Vorkehrungen im Auto übel, hilft nur noch ein schneller Stopp. Foto: Jens Schierenbeck/dpa/gms

Übelkeit ist bei langen Autofahrten für viele Menschen ein bekannter Begleiter. Der Grund ist einfach: Die Augen registrieren Bewegung, das Gleichgewichtsorgan im Ohr merkt davon nichts. Das Gehirn kann beide Eindrücke nicht differenzieren, der Körper reagiert entsprechend: mulmiges Gefühl, Unwohlsein, bis hin zum Erbrechen - bekannte Symptome der sogenannten Reisekrankheit.

„Nach vorne aus dem Auto zu schauen, kann helfen“, sagt Thomas Aßmann, Internist aus Lindlar. Nicht gut ist es, aus dem Seitenfenster zu gucken. Denn dort rauscht die Landschaft vorbei, was das Schwindelgefühl eher verstärkt. Der Griff zum Buch ist ebenfalls keine clevere Ablenkungsidee für empfindliche Menschen.

Zwar kann die Reisekrankheit Personen jeden Alters treffen. Kinder und Jugendliche erwischt es laut Aßmann aber besonders schnell. «Ihr Gehirn hat das Differenzieren zwischen Augen und Gleichgewichtsgefühl noch nicht so gut gelernt», erklärt der Internist. Vor einer langen Autoreise trainiert man diese Fähigkeit besser mit kurzen Ausflügen, rät der Mediziner.

Wird einem Beifahrer während der Fahrt übel, sollten Autofahrer rasch eine Pause einlegen. «Das Gleichgewichtsorgan muss dann erstmal zur Ruhe kommen», erläutert Aßmann. Gegen die Symptome der Reisekrankheit sei Ingwer - etwa als Kapsel oder pur - ein bewährtes Mittel. Manche Medikamente wirken laut Thomas Aßmann gut, haben jedoch Nebenwirkungen: „Sie machen müde. Damit ist man nicht mehr fahrtauglich.“

dpa/tmn

stol