Sonntag, 20. September 2015

Über 4300 Flüchtlinge an einem Tag aus dem Mittelmeer gerettet

Mehr als 4300 Flüchtlinge sind alleine am Samstag aus dem Mittelmeer gerettet worden. Beim größten von insgesamt 20 Rettungseinsätzen in den Gewässern vor Libyen wurden 1137 Menschen von zwei Schiffen in Sicherheit gebracht, wie die italienische Küstenwache mitteilte.

Allein am Samstag konnten im Mittelmeer über 4000 Flüchtlinge aus Seenot gerettet werden.
Allein am Samstag konnten im Mittelmeer über 4000 Flüchtlinge aus Seenot gerettet werden. - Foto: © APA/EPA

An der Operation, bei der auch eine Frauenleiche geborgen wurde, waren Schiffe von Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen sowie eine Fregatte der Bundeswehr beteiligt, die Hunderte der Flüchtlinge aufnahm. Die britische und kroatische Marine sowie ein Frachtschiff halfen ebenfalls mit.

Wie eine dpa-Reporterin an Bord der Bundeswehr-Fregatte „Schleswig-Holstein“ beobachtete, wurden in einem fast zwölfstündigen Einsatz 389 Flüchtlinge von einem Holzboot und einem Schlauchboot gerettet. Zusätzlich wurden 378 Flüchtlinge an Bord geholt, die zuvor von der britischen Marine gerettet worden waren. Mit insgesamt 767 Menschen nahm die „Schleswig-Holstein“ mehr Flüchtlinge an einem Tag auf als je zuvor, wie ein Sprecher an Bord sagte. Die meisten der Menschen stammten aus dem Sudan sowie aus Eritrea, Somalia und Syrien.

Seit Jahresbeginn sind nach Zählung der Internationalen Organisation für Migration mehr als 2600 Menschen beim Versuch ums Leben gekommen, von Libyen aus über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen. Über 120.000 (Stand 18. September) schafften es demnach bis an die Küste des südlichen EU-Mitgliedstaats.

dpa

stol