Die wirtschaftlich schwer angeschlagene Ukraine benötigt nach eigenen Angaben 25,5 Mrd. Euro (35 Milliarden US-Dollar) Finanzhilfen. Die frühere Sowjetrepublik habe eine internationale Geberkonferenz unter Beteiligung der EU, der USA und des Internationalen Währungsfonds (IWF) angeregt, sagte der kommissarische Finanzminister Juri Kolobow. „Wir haben unseren internationalen Partnern vorgeschlagen, uns innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen Kredite zu gewähren“, sagte Kolobow.„Die Staatskasse ist geplündert, das Land ist so gut wie bankrott“, sagte Arseni Jazenjuk von der Vaterlandspartei der Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko. Übergangspräsident Alexander Turtschinow hatte die wirtschaftliche Lage in einer Ansprache an das Volk am Vorabend als „katastrophal“ eingestuft.Die Überlegung mancher Experten, auch Russland in die Finanzhilfe miteinzubeziehen, dürfte einen hohen politischen Preis haben: Russlands Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew sah durch den Umsturz in Kiew auch die Wirtschaft des eigenen Landes bedroht. „Die Lage ändert sich dort ja täglich“, so Uljukajew zum deutschen Handelsblatt (Montagausgabe). Die Ukraine stehe vor einer Rezession, das habe sowohl Auswirkungen auf die ukrainisch-russischen Gemeinschaftsunternehmen als auch auf russische Banken, die im Nachbarland stark engagiert seien. Schon jetzt würden viele Investmentfonds ihr Geld aus der Ukraine abziehen. Uljukajew überlegte auch das Einführen neuer Zölle.apa/dpa