Dienstag, 15. September 2015

?Ukraine protestiert wegen Berlusconis Treffen mit Putin auf der Krim

Die Ukraine kritisiert das Treffen zwischen Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim vergangene Woche. Der Besuch widerspreche der EU-Politik, die nicht die „illegale Besetzung“ der Krim anerkenne, hieß es in einer Aussendung des ukrainischen Außenministeriums.

Silvio Berlusconi und Wladimir Putin gehen auf der Krim spazieren.
Silvio Berlusconi und Wladimir Putin gehen auf der Krim spazieren. - Foto: © APA/EPA

Berlusconi habe seine Reise unternommen, ohne sich mit der ukrainischen Regierung abzusprechen, kritisierte das Außenministerium in Kiew laut italienischen Medien vom Dienstag.

Das sei eine Verletzung der Prozeduren für die Einreise in die „vorübergehend besetzten ukrainischen Gebiete“. Berlusconis Besuch entspreche einem Versuch Moskaus, die „illegale Besetzung der Krim auf internationaler Ebene zu legitimieren“, hieß es.

Gemeinsam mit Putin hatte Berlusconi am Freitag an einer Gedenkstätte für Gefallene des Königreichs Sardinien im Krim-Krieg (1853-1856) rote Rosen niedergelegt. Berlusconi, der mit Putin gut befreundet ist und ihn zuletzt immer wieder in Russland besucht hat, hatte die westlichen Sanktionen gegen Russland im Ukraine-Konflikt mehrfach scharf kritisiert.

Berlusconi hatte betont, dass er Putin getroffen habe, weil er eine internationale Anti-IS-Koalition aufbauen wolle. Daran sollen sich laut Berlusconi neben Russland, die EU, die USA und die NATO unter dem Schutzschirm der UNO beteiligen.

Kritik von Renzi

Kritik musste Berlusconi auch in seiner Heimat von Premier Matteo Renzi hinnehmen. „Das Problem mit Russland löst man nicht mit einem Spaziergang auf der Krim, sondern mit einer langjährigen Arbeit“, attackierte Renzi Berlusconi nach Angaben italienischer Medien vom Dienstag.

Rückendeckung erhielt Berlusconi vom Europa-Abgeordneten seiner konservativen Partei Forza Italia, Antonio Tajani. „Die ukrainische Regierung irrt sich. Berlusconis Besuch auf der Krim hatte einen noblen politischen Zweck: Den Aufbau einer internationalen Anti-Terror-Koalition. Wir müssen den Dialog zwischen Europa und Russland stärken, wollen wir den fundamentalistischen Terrorismus bekämpfen“, so Tajani.

apa

stol