Russland solle vor seiner eigenen Haustür kehren, erklärte das ukrainische Außenministerium am späten Sonntagabend als Reaktion auf Äußerungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow.Auch dessen Forderung nach Russisch als Amtssprache erteilte das Ministerium eine klare Absage. Vergleichbare Maßnahmen seien in Russland selbst völlig undenkbar. Die Regierung in Moskau denke gar nicht daran, Mitgliedern der Russischen Föderation mehr Macht einzuräumen oder andere Sprachen offiziell anzuerkennen.Russland an „totaler Kapitulation der Ukraine“ interessiertLawrow habe seine Vorstellung in einem ultimativen Ton vorgetragen, erklärte das Ministerium weiter. Dies zeige, dass die Regierung in Moskau „als ein wahrer Aggressor“ gar nicht an der Lösung der Krise interessiert sei. Vielmehr lasse sie Waffen sprechen, um die „totale Kapitulation der Ukraine, ihre Teilung und die Zerstörung des ukrainischen Staates“ zu erreichen.Russland hatte die militärische Kontrolle über die Krim übernommen und die Halbinsel im Schwarzen Meer nach einer umstrittenen Volksabstimmung in die Russische Föderation eingegliedert. Nun wird im Westen befürchtet, die Moskauer Regierung könnte auch ein Auge auf die östliche Ukraine geworfen haben. Wie auf der Krim hat dort ein Großteil der Bevölkerung russische Wurzeln.Bei jüngsten Gesprächen mit US-Außenminister John Kerry hatte Lawrow mehr Rechte für Minderheiten in der Ukraine, föderalere Strukturen und Russisch als Amtssprache gefordert. Die USA pochen ihrerseits auf den Abzug russischer Truppen von den Grenzen der ehemaligen Sowjetrepublik.apa/reuters