Vor allem wegen der vielen Bürokratie übernehmen immer weniger Menschen Verantwortung in der Vereinswelt, was auch verständlich ist. Zum Glück gibt es aber Leute wie Ulrich Seitz, die trotzdem anpacken. <BR /><BR /><b>Mehrfacher Präsident</b><BR /><BR />„Meine Hobbys sind für viele langweilig“, ist der gebürtige Riffianer überzeugt. Immer ehrenamtlich ist Seitz Präsident der Alzheimer-Vereinigung, des Vereins Kinderherz und der Terlaner Seniorenheim-Stiftung Pilsenhof sowie Referent des Bozner Gemeinderates für Menschen mit Beeinträchtigung, Vorstandsmitglied im Verein für Nierenkranke und Mitarbeiter im Senioren-Netzwerk der Gemeinde Bozen.<BR /><BR />In der Freizeit des früheren Landesangestellten und Ex-Mitarbeiters der Genossenschaft EOS wird es also nie langweilig, denn die Herausforderungen werden größer. „In meiner beruflichen Tätigkeit habe ich viele Vereine und noch mehr persönliche Schicksale kennengelernt“, blickt der 49-Jährige zurück.<BR /><BR /><b>Vielseitige Hilfe</b><BR /><BR />„Seit jeher interessiert mich der Einsatz für alle Altersgruppen“, ergänzt er. „Ich war und bin in meinem Leben mit Menschen konfrontiert, die wegen ihrer gesundheitlichen Verfassung nicht nur Hilfe klinischer Natur, sondern auch von administrativer Seite benötigen.“ <BR /><BR />Besonders interessiert Seitz das Umfeld der Erkrankten, weil er immer wieder miterlebt, wie Pflegende selbst zu Pflegefällen werden. „Ihre Hilferufe werden nicht selten zu spät wahrgenommen. Gerade in der Corona-Zeit hat es sich wieder gezeigt, dass wir die Familien, die sich zu Hause mit den alltäglichen Herausforderungen in der Betreuung auseinandersetzen, kaum wahrnehmen, obwohl knapp 80 Prozent aller Betroffenen in Südtirol daheim versorgt werden.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="749240_image" /></div> <BR /><BR />In seiner Freizeit versucht der in Terlan lebende Seitz deshalb als bekanntes Sprachrohr von Vereinen und Einrichtungen auf Probleme aufmerksam zu machen.<BR /><BR />Über die Grüne Nummer 800 660 561 erreichen Familien in Krisensituationen die Alzheimervereinigung: „Ich bin stolz darauf, dass wir trotz weniger Ressourcen alles ehrenamtlich stemmen, vor allem wenn es darum geht, vor der absoluten Eskalation im Pflegealltag zu intervenieren oder Ängste im Umgang mit dieser heimtückischen Pathologie abzubauen“, betont Seitz. <BR /><BR />Ähnliches treffe auf Kinderherz zu, den Verein für Kinder mit einem angeborenen Herzfehler, denn auch hier gelte es nicht selten, vor allem die Angehörigen der Kranken zu stärken.<BR /><BR /><b>Ein Hochkofler-Fan</b><BR /><BR />„Großes Ziel ist es aber, dass die jungen Menschen trotz ihrer gesundheitlichen Beschwerden zu selbstbewussten Menschen heranreifen“, betont er. „Diese Bestrebung wird von mir ebenso als Referent für Menschen mit Beeinträchtigung im Gemeinderat von Bozen verfolgt.“ Dabei gehe es u. a. um den Abbau architektonischer Barrieren. <BR />Bereichernd für Seitz ist auch sein Einsatz für die Senioren in Terlan: „Der Respekt zwischen den Generationen stellt für mich einen wichtigen Wert im Leben dar“, fasst er zusammen. „Hier bin ich von meiner Großmutter Anna geprägt worden, für die der Austausch zwischen Jung und Alt eine Selbstverständlichkeit war.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="749243_image" /></div> <BR /><BR />Und wann spannt sich Ulrich Seitz aus? „Meinen Ausgleich genieße ich beim Besuch kultureller Veranstaltungen. So habe ich seit rund 20 Jahren kaum eine Premiere von Thomas Hochkofler verpasst“, verrät er. „Mit ihm verbindet mich auch eine persönliche Freundschaft. Ich finde unsere Theaterszene im Lande einfach gut. Und ich entwickle oft einen gewissen Patriotismus.“