Abriss oder Sanierung? Rein rechnerisch ist die Antwort schnell gefunden. Sind Abriss und nachfolgender Neubau kostengünstiger als eine aufwendige Sanierung, kann das alte Haus weg. Doch so einfach ist das nicht. <BR /><BR />Natürlich müssen Hausbesitzer auf die Kosten achten, aber es spielen auch noch weitere Kriterien eine Rolle. Ein Bestandsbau hat nicht nur materiellen Wert, er verkörpert auch eine bestimmte Kultur und steckt voller sogenannter grauer Energie, die beim Bau hineingesteckt wurde. Ist es das Haus von Oma und Opa, sind damit oft auch viele schöne Erinnerungen verbunden. Aber auch Umwelt- und Klimagründe kann es geben. Eine Sanierung ist fast immer nachhaltiger als Abriss und Neubau.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="914884_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Ohne eine gründliche Bauzustandsanalyse ist überhaupt keine Aussage zu treffen, ob Abriss oder Sanierung die bessere Lösung sind. Und die sollte selbstverständlich auch ökologische Kriterien wie graue Energie oder Wiederverwendbarkeit vorhandener Baustoffe enthalten.<BR /><BR /> Diese Analyse erlaubt erst eine realistische Bewertung der Immobilie. Überprüft werden Tragwerk, Bausubstanz und technische Ausstattung des Hauses, ebenso Schadstoffbefall und die Belastung durch giftige Chemikalien. Nur so erkennt man, ob es möglich und sinnvoll ist, ein Gebäude aus den 1950er- oder 1960er-Jahren auf einen modernen Stand zu bringen.<BR /><BR />Anhand dieser Erkenntnisse lassen sich die notwendigen Kosten für Umbau oder Abriss kalkulieren und vergleichen. Man sollte sich allerdings vorher im Klaren sein, was man später mit dem Haus will. Sind die Wünsche der Hausbesitzer mit einem Altbau nicht zu vereinbaren, muss eben ein Neubau her. Der ist individuell planbar und in jedem Fall zukunftsfähig.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="914887_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Im Prinzip können aber auch gebrauchte Häuser mit einer einfallsreichen Planung so umgestaltet werden, dass sie individuellen Ansprüchen genügen und zukunftsfähig sind. Dazu benötigt man natürlich Kreativität und eine Vision für das Neue im Alten. Dann bekommt der Altbau sogar oft einen Mehrwert gegenüber einem schlichten Neubau. Manchmal trifft ein Gebäude aber auch auf den falschen Nutzer. Dann wäre ein Wechsel der Immobilie sinnvoll und nicht der Abriss.<BR /><BR />Ältere Häuser passen nicht immer zum heutigen Lebensgefühl. Sie haben oftmals kleine Räume oder niedrige Geschosshöhen, sind schlecht oder gar nicht wärmegedämmt. Daneben spielen die allgemeinen Schwachstellen eines Bauwerkes eine Rolle. Bei älteren Gebäuden können das Feuchtigkeit im Keller, Schäden an der Fassade, also am Putz und an den Fenstern sein. Außerdem sind Schäden am Dachstuhl und an der Dachdeckung häufig. <BR /><BR />Das sind aber keine Ausschlusskriterien. Auch solche Häuser lassen sich gut auf einen modernen Stand bringen. Großzügige und helle Räume mit großen Fenstern etwa kann man mit gewissem Aufwand hinbekommen, wenn man das Gebäude entkernt und den verbleibenden Rohbau ausbaut. Das ist immer noch nachhaltiger als der vollständige Abriss. Entscheidend ist, wie flexibel der Rohbau ist, nicht jede Konstruktion ist geeignet. Auch Auf- oder Anbauten können eine Lösung sein.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="914890_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Kein Abrissgrund ist eine schlechte Wärmedämmung. Jedes Gebäude lässt sich energetisch verbessern. Auch vor Feuchtigkeit und Schimmel muss niemand Angst haben. Wenn die Ursachen gefunden sind, lässt sich das in den Griff bekommen, dies kann allerdings teuer werden.<BR />Klare K.-o.-Kriterien für Altbauten gibt es nach Ansicht von Experten kaum. Der echte Hausschwamm kann ein Hindernis darstellen, aber es kommt auf seine Verbreitung und die Art des Gebäudes an. Oft lassen sich selbst bei starkem Befall Lösungen finden, ihn zu beseitigen.<BR /><BR />Dagegen führt kein Weg am Abriss vorbei, wenn ein Gebäude einsturzgefährdet und die tragende Konstruktion nicht mehr zu ertüchtigen ist. Oder wenn durch zu geringe Geschosshöhen kein Platz für technische Einbauten bleibt.<BR /><BR />Typische Schwachstellen haben auch die Bauten anderer Jahrgänge. Häuser aus den 1920er-Jahren weisen gern Kältebrücken auf. Um 1938/39 sind manche Baustoffe nicht in der geforderten Qualität verfügbar gewesen. Und man sollte sich gut überlegen, ob ein Fertighaus aus den 1960er- und 1970erJahren noch ein Fall für eine teure Sanierung ist: Es lohnt sich, genau hinzuschauen. Man darf aber nicht alle Häuser über einen Kamm scheren.<BR />