Mittwoch, 27. Januar 2016

Umfrage: US-Wähler zweifeln an Trumps Religiosität

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump bezeichnet sich selbst als „stolzen Protestanten“ und umgarnt evangelikal-christliche Wähler – doch die Mehrheit der Menschen in den Vereinigten Staaten hat Zweifel an der Frömmigkeit des schillernden Milliardärs.

Archivibild.
Archivibild. - Foto: © APA/Reuters

In einer am Mittwoch veröffentlichen Umfrage des Pew-Instituts gaben fast 60 Prozent der Befragten an, dass Trump entweder nicht wirklich religiös oder gar nicht religiös sei.

Nur 25 Prozent fanden, dass der Immobilientycoon „etwas religiös“ sei. Lediglich fünf Prozent halten Trump demnach für „sehr religiös“. Auch unter Republikanern bezweifeln 47 Prozent, dass der in Umfragen führende Präsidentschaftsbewerber einen starken Glauben habe.

56 Prozent halten Trump für "guten" Kandidaten

„Die gängige Meinung in der amerikanischen Politik war lange, dass jemand, der nicht religiös ist, nicht zum Präsidenten gewählt werden kann“, erklärte das Pew-Institut. Dennoch hielten 56 Prozent der befragten Republikaner Trump für einen „guten“ oder sogar „großartigen“ Kandidaten.

Trump gehört nach eigenen Angaben der presbyterianischen Kirche an, einer Spielart des Protestantismus. Mitte Januar hatte der Milliardär bei einer Rede an der Liberty Universität, einer Bastion der Evangelikalen im US-Bundesstaat Virginia, die Verteidigung des Christentums versprochen. Am Dienstag hatte der einflussreiche evangelikale Pastor Jerry Falwell seine Unterstützung für Trump erklärt.

Demokraten: Geht´s um Religiosität, ist Clinton Favoritin

Bei den Demokraten ist die US-Bevölkerung der Pew-Umfrage zufolge gespalten, was die Religiosität der Favoritin Hillary Clinton angeht. Während 48 Prozent der Befragten die der evangelisch-methodistischen Kirche angehörende frühere Außenministerin als „etwas religiös“ beziehungsweise „stark religiös“ bezeichneten, halten 43 Prozent sie nicht für eine religiöse Person.

In der Umfragen gaben 51 Prozent an, dass sie einem Kandidaten, der nicht an Gott glaubt, „weniger wahrscheinlich“ ihre Stimme geben würde. Dagegen sagten 41 Prozent, dass dies keine Auswirkung auf ihre Wahlentscheidung habe. „Ein Atheist zu sein, ist weiter eine der größten Schwachstellen, die ein Präsidentschaftskandidat haben kann“, schrieb das Pew-Institut.

apa/afp

stol