Mittwoch, 01. März 2017

UN-Bericht wirft Syrien Einsatz von Chlorgas in Aleppo vor

Syrien und sein Verbündeter Russland hätten im vergangenen Jahr zudem gezielt Kliniken und andere zivile Einrichtungen aus der Luft bombardiert, um Gegner zur Aufgabe zu zwingen, heißt es einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des UN-Menschenrechtsrates in Genf.

Ein UN-Bericht wirft Syrien Einsatz von Chlorgas in Aleppo vor.
Ein UN-Bericht wirft Syrien Einsatz von Chlorgas in Aleppo vor. - Foto: © shutterstock

Der Bericht macht Syrien auch für den Luftangriff auf einen Hilfskonvoi verantwortlich. Bewaffneten Gegnern der Regierung wirft der Rat vor, willkürlich von Zivilisten bewohnte Gebiete beschossen, Menschen an der Flucht gehindert und Hilfsgüter zurückgehalten zu haben.

UN-Bericht spricht von Kriegsverbrechen

Auch das seien Kriegsverbrechen. „Auf beiden Seiten der Stadt bezahlten Zivilisten den höchsten Preis für die Brutalität“, schreibt der Rat. Es habe einen immensen Verlust an menschlichen Leben gegeben.

Die nordsyrische Metropole Aleppo gehörte lange zu den umkämpftesten Gebieten im syrischen Bürgerkrieg. Mit Hilfe russischer Luftangriffe schnitten regierungstreue Kräfte im Sommer 2016 zunächst die von Rebellen gehaltenen Viertel im Osten der Stadt von der Außenwelt ab. Nach wochenlangen Kämpfen nahmen die Armee und ihre Verbündeten dann kurz vor Weihnachten ganz Ost-Aleppo ein. Rebellen und Zivilisten wurden nach einem Abkommen aus der Stadt gebracht.

Bürgerkrieg dauert seit 6 Jahren

Die Einnahme Aleppos bedeutete für Syriens Regierung in dem fast sechsjährigen Bürgerkrieg mit rund 400.000 Toten einen wichtigen Sieg.

Das ganze Jahr hindurch habe Syriens Luftwaffe Angriffe auf Aleppo geflogen und dabei Chlorgas eingesetzt, heißt es in dem Bericht. Russland und China hatten am Dienstag im UN-Sicherheitsrat mit ihrem Veto Sanktionen gegen Syrien wegen Chemiewaffeneinsätzen verhindert.

„Brutale Taktik“

In täglichen Luftangriffen Syriens und Russlands sowie einer monatelangen Blockade Ost-Aleppos sieht der UN-Menschenrechtsrat eine „brutale Taktik“, um Rebellen zur Aufgabe zu zwingen.

Einer der „ungeheuerlichsten Angriffe“ sei die Bombardierung eines Hilfskonvois in dem Ort Orem al-Kubra im Umland Aleppos gewesen. Damals starben 14 Helfer, 17 Lastwagen wurden zerstört. Der Bericht sieht eindeutige Hinweise, dass der Luftangriff akribisch geplant wurde, um weitere humanitäre Hilfe zu erschweren.

apa/dpa

stol