Donnerstag, 06. Oktober 2016

UN: Bis zu 10.000 Menschen aus Kundus geflohen

Die Vereinten Nationen in Afghanistan warnen vor großen Fluchtbewegungen aus der umkämpften Stadt Kundus. Die humanitäre Situation verschlechtere sich dort rapide, hat es in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme geheißen.

Am Montag wurde das nordafghanische Kundus von den Taliban angegriffen.
Am Montag wurde das nordafghanische Kundus von den Taliban angegriffen. - Foto: © LaPresse

Nach ersten Informationen seien in den vergangenen Tagen bis zu 10 000 Menschen aus Kundus in den Städten Kabul, Masar-i-Scharif und Talokan eingetroffen. Viele hätten nur wenige Habseligkeiten und Essen dabei, einige hätten im Freien schlafen müssen.

Kundus wieder im Visier der Taliban

Hunderttausende sind bereits im eigenen Land auf der Flucht vor der ansteigenden Gewalt. Bis zum 2. Oktober waren laut UN 277 331 Menschen aus ihren Dörfern geflohen. Bis Jahresende erwarten die UN mehr als 400 000 Kriegsvertriebene. Dazu kommen mehr als 1,2 Millionen Menschen, die bereits seit Längerem heimatlos sind.

Die radikalislamischen Taliban hatten Kundus in der Nacht auf Montag angegriffen, fast genau ein Jahr, nachdem sie die viertgrößte Stadt des Landes zum ersten Mal überrannt hatten.

dpa

stol