Dienstag, 08. November 2016

UN: IS-Kämpfer entführen 300 Iraker bei Mossul

Die Terrormiliz Islamischer Staat soll in der Nähe der umkämpften IS-Hochburg Mossul mehr als 300 ehemalige irakische Sicherheitskräfte und Stammesführer entführt haben. Das hat die Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros, Ravina Shamdasani, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Genf gesagt.

Der IS soll in der Nähe von Mossul mehr als 300 ehemalige irakische Sicherheitskräfte und Stammesführer entführt haben.
Der IS soll in der Nähe von Mossul mehr als 300 ehemalige irakische Sicherheitskräfte und Stammesführer entführt haben. - Foto: © APA/AFP

Berichten zufolge seien zwischen dem 1. und 4. November mindestens 195 ehemalige Sicherheitskräfte in der Region Tel Afar westlich von Mossul entführt worden, 100 weitere im nahe gelegenen Dorf Mawali. Zudem seien 30 Stammesführer verschleppt worden, 18 von ihnen seien getötet worden.

Am Montag Massengrab entdeckt

Die Leichen seien in derselben Gegend gefunden worden, in der IS-Kämpfer am 23. Oktober 50 ehemalige irakische Polizeibeamte getötet hatten. Laut Shamdasani war zunächst unklar, ob es sich bei den neuen Funden um Opfer derselben Massentötung handelt: „Wir versuchen mehr Informationen über die Getöteten zu bekommen.“

Erst am Montag hatte das irakische Militär bei seinem Vormarsch auf Mossul im nahe gelegenen Hammam al-Alil ein Massengrab mit rund 100 Enthaupteten entdeckt. Der Ort war am Samstag aus der Gewalt des IS befreit worden.

dpa

stol