Am Wochenende dürfe nun gefeiert werden, sagte die Mexikanerin Samstagnacht nach dem rund sechs Stunden verspäteten Ende der Verhandlungen in Marrakesch. „Aber lasst dann am Montag wieder mit der Arbeit beginnen. Es ist wirklich viel zu tun.“Espinosa hatte das Generalsekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen im Sommer übernommen. „Die Bedrohung durch den Klimawandel ist echt – aber unsere Antwort auf die Bedrohung ist es auch“, sagte sie. Der Schlüssel zum Erfolg sei eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. Das sei in Marrakesch gelungen.Klima-Gipfel – China als neuer Hoffnungsträger für den KlimaschutzLuftverschmutzung durch Kohlekraftwerke soll bis 2020 um 60Prozent reduziert werden.China neuer HoffnungsträgerChina hat sich in Marokko indes zu einem neuen Hoffnungsträger entwickelt: Neben Amerikas unberechenbarem Präsidenten in spe, Donald Trump, wirkt das kommunistische Land in der Klimadebatte wie ein Stabilitätsanker. „China wird seine Zusagen innerhalb des Paris-Abkommens erfüllen und respektieren“, verspricht der Sonderbeauftragte für den Klimawandel, Xie Zhenhua, bei der UN-Konferenz in Marrakesch.Der Kampf gegen die Erderwärmung sei unumkehrbar. Da sei es doch klug, sich der Entwicklung anzuschließen, merkt er an. Das Engagement für den Klimaschutz hilft dem oft wegen Menschenrechtsverletzungen kritisierten China aber auch bei der Image-Pflege.„China hat durchaus ein großes Interesse, im Konzert der internationalen Politik als Softpower wahrgenommen zu werden und international eine stärkere Anerkennung zu bekommen“, sagt der deutsche Klimaforscher Ottmar Edenhofer vom Berliner Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC). Das nutze dem Land auch in anderen Politikbereichen.Smog belastet BevölkerungDoch China hat auch ganz handfeste Gründe zu handeln. Der unerträgliche Smog in den Großstädten und Industrieregionen lässt den Unmut in der Bevölkerung wachsen. Bis spätestens 2030 will die Regierung in Peking den Höchststand beim CO2-Ausstoß erreichen. Viele Experten sind jedoch der Meinung, dass dieser „Peak“ schon deutlich früher erreicht seien dürfte. Vor allem bei der Verbrennung von Kohle, mit der China derzeit noch 64 Prozent des Energiebedarfs deckt, macht das Land Fortschritte.Auch dank des schwächeren Wirtschaftswachstums ging der Kohleverbrauch im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent zurück. Im ersten Halbjahr dieses Jahres reduzierte sich die Kohleverbrennung um weitere 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bis 2020 soll die durch Kohlekraftwerke verursachte Luftverschmutzung um 60 Prozent reduziert werden und damit 180 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.apa/dpa