Freitag, 09. Januar 2015

Unfälle auf den Skipisten: Es ist Pflicht zu helfen!

Was tun, damit der schöne Skitag nicht mit unschönen Verletzungen endet? Und was tun, wenn der Fall des Notfalles eingetreten ist? Antworten darauf gibt es am 11. Jänner im Skigebiet Jochgrimm.

Winterzeit ist Skihaxen-Zeit: Damit der Skitag  möglichst nicht im Spital oder  schlimmer endet, wird u.a. im Rahmen der Kampagne „Ich habe Spaß, GANZ SICHER“ für mehr Sicherheit beim Wintersport sensibilisiert. Warum ist das nötig?

Oskar Zorzi, Koordinator der Landesflugrettung:  Die Sache ist die. Bei allem, was wir gerne tun, denken wir nicht an Schlimmes. Wir  genießen, die Freiheit und denken nicht an die Gefahr.

In der Freizeit wollen wir also über die Stränge schlagen?

Egal wo wir sind, haben wir uns an Regeln zu halten, in der Schule, im Straßenverkehr ... Wenn wir dann auf die Skipiste kommen, wollen wir uns austoben. Der Rausch der Geschwindigkeit gefällt vielen, doch er ist uns sonst überall verwehrt.

Liegt darin die   Hauptursache von Unfällen?

In der Überschätzung und der höheren Risikobereitschaft liegen die Ursachen.

Wann passieren die meisten Unfälle?

Zur Mittagszeit und am späten Nachmittag. Nach dem Essen braucht der Körper viel Energie für die Verdauung. An einem Teller Pommes arbeitet der Magen neun Stunden. Daher wäre am besten, leichte, kohlenhydratreiche, aber  fettwarme Kost zu sich zu nehmen. Auch am Abend, wenn die Kräfte zu Ende gehen, muss es  noch die letzte Abfahrt  von ganz oben bis ganz unten sein.  Und die  Pistenverhältnisse sind auch nicht mehr, wie in der Früh.

Wo kracht's am meisten?

Die meisten Unfälle geschehen nicht auf den schwierigen Pisten, denn dort halten sich weniger und bereits vorsichtige Sportler auf. Sie passieren dort, wo  am meisten los, es  flacher ist und man den Ski laufen lässt.

Welche Verletzungen sind am häufigsten?

Gelenksverletzungen sind am häufigsten – bedingt durch die Geräte. Die Skier sind so gemacht, dass sie leichter drehen, extreme Radien möglich sind. Das Knie ist dadurch der meisten Belastung ausgesetzt. Sich langsam annähern und Muskulatur aufbauen ist hier zielführend. Und: Rennski  gehören nicht an die Füße von Anfängern. 

Was tue ich, wenn es zu einem  Unfall kommt?

Es ist die Pflicht eines jeden zu helfen. Zu allererst ist der Teil der Piste weithin sichtbar abzusperren. Dann ist  Alarm zu schlagen – im  nächsten Lifthäuschen, wenn es  nicht zu weit weg ist. Ansonsten rufe ich die  Landesnotrufzentrale unter 118 an.

Reagieren die Menschen im Notfall denn richtig?

Wenn es die eigenen Leute betrifft, ist oft „der Ski ab“. Wichtig ist: Ruhe bewahren, erörtern, ob ich die Rettung brauche und dann auf die zentralen Fragen antworten, die einem gestellt werden, damit die ideale Rettung geschickt werden kann.

Was ist im Umgang mit dem Verletzten  zu beachten?

Es gilt, dafür Sorge zu tragen, den Verunfallten in eine Position zu bringen, in der er sich am wohlsten fühlt. Auf keinen Fall soll man  Skier abschnallen oder Skischuhe ausziehen. Ein Helm kann gelockert, soll aber  anbehalten werden. Wenn es geht, soll man versuchen, ein weiters Abkühlen der Person zu vermeiden, sie beruhigen und gemeinsam auf die Pistenrettung warten. Denn: Keiner ist gerne allein, wenn er verletzt ist.

(ker)

 

Ich habe Spaß, GANZ SICHER – Das Programm:

? Kostenlose Fahrten mit Skilehrern & Rodelexperten

? Infos und Tipps direkt von jeweiligen Fachpersonen

? Gratis Material-Check

? Ratschläge von Südtirols Bergführern & Bergrettern

? Stimmung & Spaß mit Moderatorin Silvia Fontanive

Alle weiteren Termine:

-     18.01.15        Ratschings

-     25.01.15        Alta Badia – Piz La Ila

-     01.02.15        Sexten Helm 

-     08.02.15        Meran 2000

-     15.02.15        Erlebnisberg Watles

stol