Dienstag, 08. September 2015

Ungarn: Zaun mit scharfen Klingen gegen Flüchtlinge

Ungarn will den Bau des Zauns, der die 175 Kilometer lange Grenze zu Serbien abriegeln und Flüchtlinge abhalten soll, schneller vorantreiben.

Flüchtlinge in Ungarn.
Flüchtlinge in Ungarn.

Das sagte Ungarns designierter Verteidigungsminister Istvan Simicsko am Dienstag in Budapest nach seiner Anhörung im Fachausschuss des Parlaments. Simicsko soll Nachfolger von Csaba Hende werden, der am Montag im Streit um den Zaun zurückgetreten war.

Der Ausschussvorsitzende Lajos Kosa erklärte, Ministerpräsident Viktor Orban sei „überhaupt nicht zufrieden“ mit dem Tempo des Baus, für den die Armee verantwortlich ist.

Mit Nato-Draht und scharfen Klingen gegen Flüchtlinge

Offiziell hatte Ungarn das Projekt am 31. August für abgeschlossen erklärt. Doch auf weiten Strecken ist der Zaun wegen der von Orban angeordneten Eile nur provisorisch errichtet worden. Eigentlich ist vorgesehen, dass der vier Meter hohe Zaun aus Maschendraht bestehen soll, der oben mit einer Rolle Nato-Draht versehen ist.

Weil Orban den ursprünglichen Fertigstellungstermin von Ende November vorgezogen hatte, wurden auf weiten Strecken jedoch nur mehrere Rollen Nato-Draht übereinander gezogen. Sie bilden eine Absperrung, die niedriger ist, als ursprünglich geplant war. Nato-Draht ist mit scharfen Klingen versehen.

Viele Flüchtlinge überwinden diesen Zaun, indem sie ihn etwa mit Holzlatten niederwalzen oder durchschneiden.

dpa

stol