Dienstag, 19. Januar 2016

UNO: IS hält im Irak rund 3.500 Menschen als Sklaven gefangen

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hält nach UNO-Angaben schätzungsweise 3.500 Menschen im Irak als Sklaven gefangen.

Foto: © APA/AP

Die meisten von ihnen seien Frauen und Kinder und gehörten zur religiösen Minderheit der Jesiden, heißt es in einem am Dienstag vorgelegten gemeinsamen Bericht der UNO-Hilfsmission für den Irak und des UNO-Büros für Menschenrechte.

Unter den Gefangenen sind demnach aber auch Angehörige anderer ethnischer oder religiöser Minderheiten. Das Vorgehen der IS gegen die irakische Volksgruppe der Jesiden könnte nach Einschätzung der UNO als Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder gar als versuchter Völkermord gewertet werden.

Seit Anfang 2014 sind nach Angaben der Vereinten Nationen im Irak-Konflikt mindestens 18.800 Zivilisten getötet worden. 36.200 Zivilisten wurden in diesem Zeitraum verletzt, heißt es in dem Bericht weiter. Zudem waren zwischen Jänner 2014 und Oktober 2015 mehr als 3,2 Millionen Menschen in ihrem eigenen Land auf der Flucht. Der IS verbreite systematisch Terror.

Der Bericht beschreibt, wie Gefangene erschossen, enthauptet, lebend verbrannt oder von Gebäuden gestoßen werden. Auch Kinder-Soldaten seien ermordet worden. Den Vereinten Nationen lägen Informationen vor, denen zufolge in der IS-Hochburg Mossul 800 bis 900 Kinder entführt wurden, um sie in militärische oder religiöse Ausbildung zu stecken.

apa/reuters/dpa

stol