Dienstag, 14. März 2017

UNO-Menschenrechtskommissar: Syrien ist eine Folterkammer

UNO-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad al Hussein hat die Zustände in syrischen Gefängnissen scharf kritisiert.

Foto: © APA/AFP

„In gewissem Sinne ist das ganze Land inzwischen zu einer Folterkammer geworden, ein Ort des grausamen Horrors und absoluten Unrechts“, sagte Zeid am Dienstag zum Auftakt einer Sitzung des UNO-Menschenrechtsrats in Genf.

Zeid appellierte an die Konfliktparteien, Folter und Hinrichtungen zu stoppen. Die Verantwortlichen für solche Verbrechen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, wenn es in Syrien jemals dauerhaften Frieden und Versöhnung geben solle. „Das ist nicht verhandelbar.“ Der UNO-Vertreter forderte zudem die Freilassung Tausender Häftlinge oder zumindest Informationen über den Ort ihrer Gefangenschaft sowie von Gräbern der Getöteten.

Zeid sprach von einem „sinnlosen Gemetzel“ und beklagte das Scheitern diplomatischer Bemühungen für ein Ende des Konflikts – eine offenkundige Kritik an Vetos von Russland gegen Syrien-Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats. Die Moskauer Regierung steht hinter dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, der seit sechs Jahren einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen versucht.

Der UNO-Vertreter erinnerte daran, dass der Bürgerkrieg einst damit begonnen habe, dass Kinder Anti-Regierungsparolen auf eine Schulmauer geschrieben hätten und daraufhin festgenommen und gefoltert worden seien.

apa/reuters

stol