Freitag, 12. August 2016

UNO prüfen Bericht über Gasangriff in Aleppo

In der umkämpften syrischen Großstadt Aleppo haben Truppen des Assad-Regimes nach Angaben von Aktivisten Chlorgas eingesetzt.

Aleppo liegt in Schutt und Asche - jetzt soll auch Chlorgas eingesetzt worden sein.
Aleppo liegt in Schutt und Asche - jetzt soll auch Chlorgas eingesetzt worden sein. - Foto: © LaPresse

Den Anschuldigungen zufolge sollen Hubschrauber am späten Mittwochabend Behälter mit der ätzenden und potenziell tödlichen Chemikalie abgeworfen haben. Mindestens drei Menschen seien an den Folgen einer Vergiftung gestorben.

Sollten sich die Berichte bestätigen, handle es sich um ein „Kriegsverbrechen“, sagte der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, am Donnerstag in Genf. Die Vereinten Nationen würden die Berichte prüfen, für die es zunächst keine offizielle Bestätigung gab.

Aktivisten teilten Bilder und Videos im Internet, die die Behandlung von Opfern mit Atemproblemen zeigen sollen. Der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault äußerte sich besorgt: „Ich verurteile alle Angriffe auf die Zivilbevölkerung, besonders wenn chemische Waffen benutzt werden.“ Der syrischen Regierung, aber auch Aufständischen, wird immer wieder der Einsatz verbotener chemischer Waffen vorgeworfen.

Russland bombardiert weiter

Russlands Luftwaffe unterstützt die Bodentruppen von Machthaber Bashar al-Assad mit massiven Luftangriffen. Obwohl Russland eigentlich eine dreistündige Feuerpause für humanitäre Hilfslieferungen angekündigt hatte, bombardierten Kampfjets weiter Stellungen der Rebellen im Osten Aleppos. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die ihren Sitz in London hat und ihre Informationen aus einem dichten Netz an Informanten bezieht, gab es dutzende Angriffe.

Unklar war zunächst, ob syrische oder russische Kampfflugzeuge im Einsatz waren. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) kritisierte, dass Angriffe durch syrische und russische Kampfjets auf Krankenhäuser mittlerweile zur Routine geworden seien.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu forderte Russland nach der Aussöhnung zwischen den Ländern dazu auf, gemeinsam gegen die Terrormiliz IS vorzugehen. Russland unterstützt jedoch das Regime in Damaskus, während die Türkei die Ablösung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad fordert. Cavusoglu räumte ein: „Wir mögen anders denken, was Assad betrifft.“

apa/dpa

stol