Dienstag, 08. August 2017

UNO soll Libyen-Verhandlungen führen

Die italienische Regierung drängt die UNO zur Übernahme einer Führungsrolle bei den Libyen-Verhandlungen.

Die UNO soll laut Italien die Führungsrolle bei den Libyen-Verhandlungen übernehmen.
Die UNO soll laut Italien die Führungsrolle bei den Libyen-Verhandlungen übernehmen. - Foto: © shutterstock

„Bei den Libyen-Verhandlungen gibt es zu viele Vermittler und Vermittlungen und null Resultate. Die UNO muss eine starke Führungsrolle übernehmen“, so der italienische Außenminister Angelino Alfano am Dienstag.

Libyen müsse auf der internationalen Agenda prioritär sein. „Es gibt viele Probleme, doch die libysche Instabilität muss absoluten Vorrang haben“, so Alfano bei einer Pressekonferenz mit dem neuen UNO-Sondergesandten für Libyen, Ghassan Salame, am Dienstag in Rom. Es handelt sich um die erste Etappe von Salames Europa-Tour.

Humanitäre Standards müssen garantiert werden

Der italienische Außenminister drängte, dass akzeptable humanitäre Standards in den Flüchtlingslagern in Libyen garantiert werden müssen. Wichtig sei dabei die Zusammenarbeit mit den NGOs.
Salame begrüßte den Beginn des italienischen Militäreinsatzes vor der libyschen Küste, der vergangene Woche vom Parlament in Rom beschlossen wurde. Diese Mission sei der richtige Weg für eine Lösung der Flüchtlingskrise.

Jedes Land habe ein absolutes Recht, seine Grenzen zu schützen. „Der beste Weg, um Grenzen zu schützen, ist jedenfalls die Kooperation mit Nachbarn“, so Salame.
Laut dem UNO-Sondergesandten ist es unrealistisch, die Rolle des einflussreichen Generals Khalifa Haftar in Libyen zu ignorieren.

„Er hat viele Anhänger in einem Teil Libyens. Er ist ein Militär, der politische Ambitionen haben könnte. Es ist nicht meine Aufgabe, zu entscheiden, wer eine politische Rolle in Libyen spielen darf und wer nicht. Es wäre jedoch unrealistisch einen derart wichtigen Teil Libyen zu ignorieren“, so Salame.

apa

stol