Sonntag, 18. September 2016

US-Angriffe in Syrien verschärfen US-russische Spannungen

Die Bombardierung syrischer Regierungssoldaten vermutlich durch die US-geführte Anti-Terror-Allianz hat zu einer Verschärfung der Spannungen zwischen den USA und Russland geführt. Bei dem Luftangriff der US-geführten Koalition wurden laut einem Bericht der oppositionsnahen Beobachtungsstelle über 90 Syrer getötet.

Amerikanische Luftangriffe in Syrien trugen dazu bei, die Spannungen zwischen den USA und Syrien zu verstärken.
Amerikanische Luftangriffe in Syrien trugen dazu bei, die Spannungen zwischen den USA und Syrien zu verstärken. - Foto: © APA/DPA

Nach einer Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats erklärte der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin, hinter dem russisch-amerikanischen Abkommen zur Beendigung der Kampfhandlungen in Syrien stehe nun „ein sehr großes Fragezeichen“.

Die US-Botschafterin Samantha Power warf Russland ihrerseits Scheinheiligkeit und Effekthascherei vor, weil es die Sondersitzung des höchsten UNO-Gremiums beantragt habe. 

Russland: USA unterstützt IS

Bereits zuvor hatte das Außenministerium in Moskau erklärt, der Angriff, bei dem nach Angaben oppositionsnaher Beobachter 90 syrische Soldaten getötet wurden, gefährde das zwischen den Regierungen in Moskau und Washington geschlossene Abkommen zu einem gemeinsamen Vorgehen in Syrien. Es habe den Anschein, als unterstützten die USA die Extremistenmiliz Islamischer Staat.

Ranghohe Vertreter der US-Armee räumten ein, dass die Bombardierung der syrischen Soldaten wohl auf das Konto der von den USA geführten Allianz gehe.

Die US-Regierung versicherte jedoch, man werde bei den weiteren Angriffen auf Kämpfer der Islamistengruppen IS und Al-Kaida in Übereinstimmung mit den Vereinbarungen der Waffenruhe handeln.

Der Angriff hatte sich in der Nähe des Flughafens von Deir ez-Zor in Nordost-Syrien ereignet. 

Gemeinsame Luftangriffe gegen Extremisten nach 7-tägiger Feuerpause

Russland und die USA haben am vergangenen Wochenende eine Waffenruhe für das Bürgerkriegsland vereinbart, die Montag in Kraft trat, in den vergangenen Tagen aber zunehmend brüchig wurde. Hält die Feuerpause 7 Tage, wollen die USA und Russland der Abmachung zufolge zu gemeinsamen Luftangriffen auf Extremistengruppen wie den IS übergehen.

apa/reuters

stol