Mittwoch, 17. Juni 2015

US-Baulöwe will Präsident werden, aber vertut sich im Ton

Der amerikanische Baulöwe und Multi-Milliardär Donald Trump erklärte am Dienstag in New York offiziell als zwölfter Republikaner seine Kandidatur für die US-Präsidentenwahlen 2016. Doch gleich zum Auftakt gab es Stunk - weil sich Trump mit einem "nicht genehmigten Lied" bei seiner Präsentation schmückte.

Donald Trump will Präsident werden, hat aber nur Außenseiterchancen.
Donald Trump will Präsident werden, hat aber nur Außenseiterchancen. - Foto: © APA/Reuters

„Unser Land braucht einen wirklich großen Führer“, sagte er vor Anhängern in den Trump Towers. Er werde Amerika wieder groß machen und dem Iran und Terror in Nahost Paroli bieten.

Zudem werde er gegen illegale Einwanderer eine Mauer an der mexikanischen Grenze bauen. „Niemand ist im Mauerbauen so gut wie Trump“, sagte er.

Der auch aus dem US-Fernsehen bekannte Immobilienhändler kritisierte die Regierung und andere Politiker scharf, die seiner Meinung nach von „speziellen Interessen“ geleitet seien. Der eigensinnige und stets Wert auf großen Auftritt legende Trump beklagte vor allem die derzeitige Außen- und Wirtschaftspolitik seines Landes und sprach davon, „Amerikas Niedergang“ aufzuhalten.

„Die Vereinigten Staaten sind zum Abladeplatz der Probleme aller anderen geworden“, sagte Trump. „Unser Land steckt in ernsten Schwierigkeiten. Wir feiern keine Siege mehr.“

Keine Feier ohne Musik

Bei dem Meeting im Trump-Tower in New York hatte Trump den Song „Rockin' In The Free World“ von Neil Young im Zuge der Bekanntgabe seiner Kandidatur gespielt. Ohne Erlaubnis. Denn einige Stunden später beschwerte sich der kanadische Musiker in einer Aussendung über die unerlaubte Verwendung seines Stücks.

Young, der als linker Umweltaktivist bekannt ist, verweist in der Aussendung auf den liberalen Senator und Demokraten Bernie Sanders als geeigneten Präsidenten.

„Rockin' In The Free World“ gilt als eines der charakteristischsten Lieder des „Godfather of Grunge“.

Trump, der versuchen wird, sich in den Vorwahlen der Republikaner durchzusetzen, hat laut Umfragen allerdings nur geringe Chancen. Politische Kommentatoren nehmen ihn nicht ernst.

dpa

stol