Sonntag, 09. Oktober 2016

US-Katholiken fordern Trumps Rücktritt nach vulgären Äußerungen

Das konservative katholische Interessensbündnis CatholicVote.org hat nach Bekanntwerden eines Videos mit vulgären Äußerungen Donald Trumps dessen Rücktritt gefordert. Die Aussagen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten über Frauen seien „ekelhaft und einfach durch nichts zu verteidigen“, teilte die Laienorganisation am Wochenende mit.

Auch in der eigenen Partei sinkt nach dem Video angeblich der Rückhalt für Trump.
Auch in der eigenen Partei sinkt nach dem Video angeblich der Rückhalt für Trump. - Foto: © LaPresse

Christen sollten „keinen Atem daran verschwenden“, zitierte das katholische Mediennetzwerk CNA/EWTN aus der Erklärung. Sollte Trump nicht selbst die Konsequenzen ziehen und zurücktreten, müsse die Partei aktiv werden, heißt es darin weiter.

Das am Samstag von der „Washington Post“ veröffentlichte Video aus dem Jahr 2005 sorgt in den USA für scharfe Kritik. Auch in der eigenen Partei sinkt Medienberichten zufolge der Rückhalt für Trump. Zahlreiche Parteikollegen kritisierten seine Aussagen als unentschuldbar und unangemessen.

In dem Video (STOL hat berichtet) äußert sich Trump vulgär und abwertend über Frauen und berichtet von Versuchen, Sex mit einer verheirateten Frau zu haben. Als Star könne man sich Frauen gegenüber nahezu alles erlauben, so der damals 59-Jährige.

Nachdem sich der republikanische Präsidentschaftskandidat zunächst schriftlich für die Aussagen gerechtfertigt hatte, veröffentlichte er am Samstag eine Videobotschaft mit einer offiziellen Entschuldigung. Einen Rücktritt schloss er jedoch aus.

Die Laienorganisation CatholicVote.org, der neben Katholiken auch Angehörige anderer Konfessionen angehören, unterstützt eigenen Angaben zufolge Politiker, die sich für Lebensschutz und die Belange von Familien einsetzen. Zwar habe man in der Vergangenheit Positionen Trumps etwa zur Elternzeit oder zum Schutz der Religionsfreiheit unterstützt. Die nun bekanntgewordenen Äußerungen stellten die Kandidatur Trumps jedoch infrage, heißt es in der Stellungnahme.

apa

stol