Sonntag, 19. Februar 2017

US-Senatoren verteidigen Medien gegen Trumps Angriffe

Die anhaltenden Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf die Medien lösen wachsende Besorgnis unter US-Parlamentariern aus. Der demokratische US-Senator Chris Murphy warf Trump am Sonntag auf der Münchner Sicherheitskonferenz einen „Frontalangriff auf die freie Presse“ vor, der nicht hingenommen werden dürfe.

Immer wieder startet US-Präsident Donald Trump verbale Angriffe auf die Medien.
Immer wieder startet US-Präsident Donald Trump verbale Angriffe auf die Medien. - Foto: © APA

Seine demokratische Senatskollegin Jeanne Shaheen zeigte sich in München „besorgt über die unverblümten Anstrengungen des Präsidenten, die Medien in den USA zu manipulieren“. Von freien Medien gehe keine Gefahr aus, sagte Shaheen. „Die wirkliche Gefahr ist die Kritik des Präsidenten an den Medien.“

Senator Lindsey Graham, der Trumps Republikanischer Partei angehört, sagte in München die parteiübergreifende Rückendeckung des US-Kongresses für freie Medien zu: „Wir alle werden die Presse dabei unterstützen, ihre Arbeit zu machen.“

Graham wies Trumps Vorwurf zurück, die Medien seien „ein Feind des amerikanischen Volkes“. Sie könnten manchmal ein „Ärgernis“ sein, seien aber kein Feind des Volkes. „In demokratischen Gesellschaften braucht man eine freie Presse.“

Trump spricht von "unehrlichen Medien" als "Problem und Feind"

Angesichts wachsender Zweifel an seiner Amtsführung hatte Trump in den vergangenen Tagen seine Verbalangriffe auf die Medien verschärft. Bei einem Auftritt vor Anhängern in Florida sagte er am Samstag: „Die unehrlichen Medien, die eine falsche Geschichte nach der anderen veröffentlichen, ohne Quellen... sie wollen einfach nicht die Wahrheit berichten.“

Dadurch seien die Medien „ein großer Teil des Problems“ und ein „Teil des korrupten Systems“, sagte der Präsident. Bereits am Freitag hatte Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter geschrieben, „Fake-News-Medien“ seien „nicht mein Feind, sie sind der Feind des amerikanischen Volkes“. Seine Kritik richtete er explizit gegen die „New York Times“ sowie die Fernsehsender CNN, NBC News, ABC und CBS.

apa/afp

stol