Samstag, 14. April 2018

US-Vizepräsident fordert weitere Sanktionen gegen Venezuela

Beim Amerika-Gipfel in Peru hat US-Vizepräsident Michael Pence weitere Sanktionen gegen Venezuela gefordert. Die Regierung von Staatschef Nicolas Maduro müsse weiter isoliert werden, sagte Pence am Freitag bei einem Treffen mit Vertretern der venezolanischen Opposition am Rande des Amerika-Gipfels in der peruanischen Hauptstadt Lima.

 US-Vizepräsident Michael Pence verspricht Hilfsgelder für geflohene Venezolaner.
US-Vizepräsident Michael Pence verspricht Hilfsgelder für geflohene Venezolaner. - Foto: © APA/AFP

In Venezuela vollzieht sich seit Monaten ein Machtkampf zwischen der linksnationalistischen Regierung unter Präsident Maduro und der Mitte-rechts-Opposition. Kritiker im In- und Ausland werfen der Regierung vor, sie schaffe die Demokratie in dem wirtschaftlich schwer gebeutelten Ölstaat ab und wolle eine Diktatur errichten.

Bei Zusammenstößen von Demonstranten mit den Sicherheitskräften wurden im vergangenen Jahr 125 Menschen getötet.

USA kündigt 16 Mio. Dollar für geflohene Venezolaner an

Am 20. Mai soll die Präsidentenwahl stattfinden. Die USA, Kanada und die EU haben bereits eine Reihe von Vertretern des südamerikanischen Landes, darunter Präsident Maduro selbst, mit Sanktionen belegt.
Darüberhinaus kündigte Pence an, dass die USA zusätzliche 16 Millionen Dollar (knapp 13 Millionen Euro) an humanitärer Hilfe bereitstellen würden für Venezolaner, die aus ihrem Land geflohen seien.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben fast eine Million Menschen Venezuela in den vergangenen zwei Jahren verlassen. Maduro ist nicht zu dem zweitägigen Gipfel in Lima eingeladen.

Pence vertrat US-Präsident Donald Trump, der seine erste Lateinamerika-Reise wegen des Syrien-Konfliktes vor einigen Tagen abgesagt hatte.

Gründe für die Wirtschaftskrise?

Die Opposition des Landes kritisiert seit Jahren Repressalien und Betrug bei Abstimmungen. In Venezuela herrscht eine schwere Wirtschaftskrise, für die Maduro eine Verschwörung westlicher Staaten gegen seine Regierung verantwortlich macht. Kritiker Maduros sehen die Ursachen dagegen in seiner sozialistischen Wirtschaftspolitik.

Staats- und Regierungschefs aus Nord-, Mittel- und Südamerika sowie der Karibik tagen am Freitag und Samstag in der peruanischen Hauptstadt. Pence brach das Gipfelbankett am Freitagabend plötzlich ab und kehrte in sein Hotel zurück, weil Trump in Washington den US-Angriff in Syrien bekannt gab.

apa/afp

stol