Donnerstag, 11. Mai 2017

USA: 40 Millionen Dollar für rumänische Militärbasen

Vierzig Millionen US-Dollar planen die Vereinigten Staaten in die Modernisierung zweier von US-amerikanischen und NATO-Streitkräften genutzten Militärstützpunkte in Rumänien in den nächsten drei Jahren zu investieren. Das berichten rumänische Medien aufgrund von Ausschreibungen für entsprechende Aufträge der US-Regierung.

Nun ist die NATO wieder wichtig - noch im Wahlkampf hatte Trump sie als "überflüssig" bezeichnet.
Nun ist die NATO wieder wichtig - noch im Wahlkampf hatte Trump sie als "überflüssig" bezeichnet. - Foto: © shutterstock

Allein die Erweiterung der Infrastruktur des in der Dobrudscha am Schwarzen Meer gelegenen Luftwaffenstützpunktes Mihail Kogalniceanu um ein Treibstoffdepot, ein Frachtterminal, eine Eisenbahnlinie und ein Kommandozentrum soll 37 Millionen Dollar (34,00 Mio. Euro) kosten. Mit weiteren 2,9 Millionen Dollar soll die Zufahrtstrasse zu einer anderen Luftwaffenbasis im transilvanischen Campia Turzii modernisiert werden.

Massives Aufstocken in der Region

Die Anwesenheit von US-Militäreinrichtungen hat in Rumänien in den letzten Jahren massiv zugenommen. Das seit Mai 2016 einsatzfähige Raketenabwehrsystem im südrumänischen Deveselu stellt den bisherigen Höhepunkt dieser nach Rumäniens NATO-Beitritt im Jahr 2004 begonnenen Entwicklung dar. Gleichzeitig finden verstärkt gemeinsame rumänisch-amerikanische sowie Truppenübungen verschiedener NATO-Mitgliedsstaaten statt.

US-amerikanische und rumänische Soldaten hätten in etwa 180 Einsätzen im vergangenes Jahr Seite an Seite geübt, also praktisch „jeden zweiten Tag miteinander trainiert“, schwärmte US-Botschafter Hans Klemm unlängst von der militärischen Kooperation der beiden Länder. Klemm kündigte für Juli ein Großmanöver von insgesamt 30.000 Soldaten verschiedener NATO-Mitgliedstaaten an.

Der Befehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa, Ben Hodges, kam Mitte April nach Rumänien, um dieses Manöver vorzubereiten. In einem Interview mit dem Portal NEWS.RO betonte der US-Generalleutnant die strategische Bedeutung des Landes an der westlichen Schwarzmeerküste angesichts der fehlenden Transparenz Russlands bei der Durchführung von Truppenübungen in der Schwarzmeerregion. Hodges kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Besetzung der abtrünnigen georgischen Territorien Abchasien und Süd-Ossetien durch russische Soldaten.

Provokation gegenüber Russland

Moskau reagierte irritiert. Außenminister Sergej Lawrow zählte Rumänien zu einer Reihe von osteuropäischen Staaten, die „den Mythos einer russischen Gefahr“ anheizten. Doch gerade in Osteuropa ist die russische Besatzung aus der Zeit des Eisernen Vorhangs unvergessen und das Bedürfnis nach Sicherheit dementsprechend hoch. Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch wegen der russischen Annexionen in der Ukraine sowie der politischen und militärischen Unterstützung Transnistriens findet die Präsenz von NATO- und US-Truppen in Rumänien quer durch die ansonsten so polarisierte Parteienlandschaft einhellige Zustimmung.

apa

stol