Samstag, 20. August 2016

USA drohen syrischem Präsidenten mit Abschuss von Kampfflugzeugen

In Syrien ist es zu direkten Konfrontationen zwischen Kampfflugzeugen der US-geführten Koalition und der Luftwaffe von Präsident Bashar al-Assad gekommen. Kampfflugzeuge der Koalition seien am Donnerstag zu einem „sehr unüblichen“ Einsatz aufgestiegen, um die Angriffe syrischer Bomber über dem Gebiet der Stadt Hassaka im Nordosten Syriens zu beenden.

Foto: © APA/AP

Das teilte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Jeff Davis, mit. In der von kurdischen Milizen gehaltenen Region seien US-Spezialeinheiten im Einsatz. „Das ist ein sehr unüblicher Vorfall, wir haben bisher keine Luftangriffe auf die (kurdische Miliz) YPG registriert“, sagte Davis. Es seien regelmäßige Patrouillenflüge angeordnet worden, um die Bodentruppen vor weiteren Luftangriffen zu schützen.

Die syrischen Kampfflugzeuge hätten auf Funksprüche der Bodentruppen nicht reagiert, sagte Davis. Als dann die Jets der US-geführten Koalition eintrafen, seien die beiden Bomber vom Typ Su-24 schon im Abflug gewesen. Bei einem weiteren Zwischenfall am Freitag hätten zwei syrische Kampfflugzeuge versucht, in den Luftraum über Hassaka einzudringen. Sie seien aber von Koalitions-Jagdflugzeugen vom Typ F-22 abgedrängt worden, die sich den syrischen Maschinen bis auf 1,6 Kilometer Entfernung angenähert hätten.

Die mit Assad verbündeten Russen hätten klargestellt, dass die Luftangriffen nicht von ihnen ausgegangen seien, sagte Davis. Sie seien gebeten worden, dem syrischen Militär auszurichten, dass die US-Luftwaffe US-Soldaten vor Luftangriffen schützen werde. „Das syrische Regime ist deutlich davor gewarnt worden, Kräfte der Koalition oder ihrer Partner anzuvisieren“, sagte Davis.

In Syrien kämpfen Soldaten Assads gegen verschiedene Rebellenfraktionen, die untereinander verfeindet sind. Assad wird von Russland und dem Iran unterstützt. Die USA und ihre Verbündeten unterstützen dagegen vergleichsweise moderate Assad-Gegner, zu denen auch Kurden-Milizen gehören. Die Kurden streben einen autonomen Staat an, was Assad ablehnt.

Stärkste Kraft unter den Aufständischen sind bisher radikalislamische Milizen. Ihre bedeutendste Gruppe ist der Islamische Staat, der sowohl von den USA und ihren Partnern als auch von Assad und seinen Verbündeten bekämpft wird.

apa/reuters

stol