Sonntag, 14. Juni 2015

USA wollen offenbar schwere Waffen in Osteuropa stationieren

Die USA erwägen offenbar die Stationierung schwerer Waffen in Osteuropa und im Baltikum.

Foto: © APA/EPA

Wie die „New York Times“ berichtete, soll nach Plänen des Pentagon militärische Ausrüstung für bis zu 5.000 US-Soldaten in der Region stationiert werden. Das polnische Verteidigungsministerium bestätigte am Sonntag entsprechende Überlegungen.

Hintergrund der Planungen sind dem Bericht zufolge die Ukraine-Krise und die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland.

Nach Informationen der „New York Times“ sollen Waffen für insgesamt 3.000 bis 5.000 US-Soldaten in Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen, Rumänien, Bulgarien und möglicherweise auch in Ungarn gelagert werden.

Die USA würden damit zum ersten Mal seit dem Ende des Kalten Krieges über schweres Kriegsgerät wie Kampfpanzer in neueren NATO-Staaten verfügen, die früher zum Einflussgebiet der Sowjetunion gehörten.

Laut „New York Times“ handelt es sich bisher jedoch lediglich um einen Vorschlag, dem das Weiße Haus und Verteidigungsminister Ashton Carter noch zustimmen müssten. Ein Pentagon-Sprecher sagte dem Blatt, bisher sei noch keine Entscheidung getroffen worden.

Dem Bericht zufolge hofft das Pentagon bis zu einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister Ende Juni in Brüssel auf grünes Licht.

Verhandlungen bestätigt

Polens Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak bestätigte, dass sein Land derzeit mit Washington über die Stationierung schwerer Waffen verhandle. Er habe die Pläne bereits bei seinem USA-Besuch vor vier Wochen mit seinem Kollegen Carter erörtert, sagte Siemoniak der polnischen Nachrichtenagentur PAP.

Sein Land setze sich schon seit langem für eine stärkere Präsenz des US-Militärs in Osteuropa ein. Die Verlegung von US-Kriegsgerät in die Region wäre in diesem Zusammenhang ein „sehr wichtiger“ Schritt, sagte Siemoniak.

apa/afp

stol