Donnerstag, 29. März 2018

Vatikan bestreitet bevorstehendes Abkommen mit China

Der Vatikan hat Angaben der von China anerkannten katholischen Kirche bestritten, wonach ein historisches Abkommen über die Ernennung von Bischöfen unmittelbar bevorstehe. Der Vatikan-Sprecher Greg Burke erklärte am Donnerstag, die Unterzeichnung des Abkommens stehe nicht sofort an.

Der Vatikan hat vor 3 Jahren die Verhandlungen mit Chinas kommunistischer Regierung wieder aufgenommen.
Der Vatikan hat vor 3 Jahren die Verhandlungen mit Chinas kommunistischer Regierung wieder aufgenommen. - Foto: © shutterstock

Papst Franziskus stehe weiterhin in Kontakt mit seinen Mitarbeitern zu chinesischen Fragen und begleite die Etappen des derzeitigen Dialogs. Die chinesische Zeitung „Global Times“ hatte in ihrer Donnerstagsausgabe den Generalsekretär der Bischofskonferenz der katholischen Kirche in China, Guo Jincai, mit den Worten zitiert, die Verhandlungen hätten die „Schlussphase“ erreicht, und die Vereinbarung könne am Samstag unterschrieben werden, „falls alles gut läuft“.

Verhandlungen mit China wieder aufgenommen

Der Vatikan hatte vor 3 Jahren die lange ausgesetzten Verhandlungen mit Chinas kommunistischer Regierung wieder aufgenommen. Ein wichtiger Streitpunkt ist die Frage, wer in dem ostasiatischen Land Bischöfe ernennen darf: China oder der Heilige Stuhl.

Mit dem Abkommen könnte der Vatikan nach AFP-Informationen 7 von Peking ernannte Bischöfe unter der Voraussetzung anerkennen, dass die chinesische Regierung den Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche in China akzeptiert. Gegner der Vereinbarung, unter ihnen der ehemalige Hongkonger Kardinal Joseph Zen, sehen darin eine Art Pakt mit dem Teufel, sie fürchten „Verwirrung und Schmerz“ unter den Vatikantreuen sowie eine weitere Spaltung der Kirche.

Die Volksrepublik China zählt insgesamt 77 Bischöfe. 2 Drittel von ihnen werden sowohl vom Vatikan als auch von Peking anerkannt. China und der Vatikan unterhalten seit 1951 keine diplomatischen Beziehungen mehr, sind aber angesichts der wachsenden katholischen Gemeinde in China um eine Annäherung bemüht. Die rund 12 Millionen chinesischen Katholiken sind in 2 Gruppen geteilt: in einen regierungstreuen Verband, dessen Geistliche die atheistische Kommunistische Partei auswählt, und eine inoffizielle vatikantreue Untergrundkirche.

apa/afp

stol