Samstag, 28. April 2018

Vatikan prüft humanitäre Finanzen stärker

Der Vatikan nimmt Herkunft und Ziel von Hilfsgeldern, die über die Vatikanbank überwiesen werden, stärker unter die Lupe. Hintergrund sei, dass humanitäre Hilfe gerade in solchen Staaten stattfinde, die nicht über zureichende Strukturen für den Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung verfügten, hieß es bei der Präsentation des Jahresberichts der vatikanischen Finanzaufsicht am Freitag.

Wohltätigkeitsorganisationen sollen in Zukunft per Gesetz strenger kontrolliert werden.
Wohltätigkeitsorganisationen sollen in Zukunft per Gesetz strenger kontrolliert werden. - Foto: © shutterstock

Wie Kathpress am Samstag meldet, wurde seit dem vergangenen Herbst eine Liste von Hochrisikostaaten angelegt und ein Warnsystem innerhalb der Vatikanbank IOR etabliert, um schnell und angemessen auf Verdachtsfälle zu reagieren.

Diese Maßnahmen seien „zum Schutz der humanitären und karitativen Tätigkeiten in Umgebungen mit hohem Risiko oder besonderer Instabilität, in denen der Heilige Stuhl und seine Institutionen zugunsten der bedürftigen Zivilbevölkerung besonders aktiv sind“, heißt es in dem Bericht.

Der Direktor der Finanzaufsicht, Tommaso Di Ruzza, verwies in dem Zusammenhang auf eine mangelnde Rechtssicherheit für humanitäre Organisationen in Krisenregionen wie auch auf unsichere Transferwege für Hilfsgelder in korrupten Staaten. Gleicherweise soll laut dem Bericht die Herkunft von Spenden überprüft werden.

Der Vatikan verabschiedete im November ein eigenes Gesetz zur Registrierung und Kontrolle von Wohltätigkeitsorganisationen.

apa

stol