Freitag, 25. November 2016

Venetien startet Kampagne für Dialekt als Minderheitssprache

Eine Gruppe venezianischer Gemeinden startet einen Feldzug, damit in ihrer Region Zweisprachigkeit nach Südtiroler Modell eingeführt wird.

Foto: © shutterstock

Im Regionalparlament wird am kommenden Dienstag über einen Antrag abgestimmt, damit der venezianische Dialekt als geschützte Minderheitssprache anerkannt wird. Ziel ist, Zweisprachigkeit in Ämtern, Schulen und auch auf Straßenschildern einzuführen.

Der Antrag basiert auf der vom Europarat 1995 verabschiedeten „Rahmenkonvention zum Schutz nationaler Minderheiten“. Er berücksichtigt jedoch nicht das italienische Gesetz, das bereits die Minderheitensprachen in Italien festgelegt hat, darunter Deutsch, Friulanisch und Ladinisch. Die Kosten zur Einführung der Zweisprachigkeit in der Region Venetien sollten auf Rom lasten.

Der Vorschlag löste Begeisterung unter den Anhängern der föderalistischen Lega Nord aus. Venezianisch ist in der Region stark verbreitet, nicht nur unter der älteren Bevölkerung. 65 Prozent der Bevölkerung spricht laut Umfragen Dialekt. 52 Prozent sind für die Unabhängigkeit Venetiens vom Rest Italiens.

apa

stol