Freitag, 22. Juni 2018

Vereinte Nationen werfen Venezuela Menschenrechtsverletzungen vor

Die Vereinten Nationen haben der venezolanischen Regierung schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. So hätten die Sicherheitskräfte zwischen 2015 und 2017 mindestens 505 Menschen ohne rechtliche Grundlage getötet, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte.

Rund 87 Prozent der Venezolaner leben in Armut und Hunderttausende flohen ins Ausland.
Rund 87 Prozent der Venezolaner leben in Armut und Hunderttausende flohen ins Ausland. - Foto: © APA/AFP

Laut Zeugenberichten brachten die Einsatzkräfte ihre Opfer bei Razzien in Armenvierteln um und manipulierten danach die Tatorte. Die Fälle würden fast nie aufgeklärt.
Auch die humanitäre Krise in dem einst reichen Land verletzt nach Einschätzung der UNO die Menschenrechte.

Lebensmitteln, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs fehlen

Nach Schätzungen leben bereits 87 Prozent der Venezolaner in Armut, Hunderttausende flohen ins Ausland. Wegen jahrelanger Misswirtschaft, Korruption und einer hohen Schuldenlast verfügt das ölreichste Land der Welt kaum noch über Devisen, um Lebensmitteln, Medikamente oder Dinge des täglichen Bedarfs zu importieren.

Milchpulver für Babys kostet mehr als zwei Monatsgehälter

„Die Menschenrechtslage in Venezuela ist katastrophal“, sagte UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Zaid Raad al-Hussein. „Wenn eine Schachtel Tabletten geben Bluthochdruck mehr als einen Mindestlohn kostet und Milchpulver für Babys mehr als zwei Monatsgehälter, aber Proteste gegen diese untragbare Situation dich ins Gefängnis bringen, ist das eine extreme Ungerechtigkeit.“

apa/dpa

stol